Rund 250 wagten den Sprung ins eiskalte Wasser

Neujahrsschwimmen im Edersee: Heiß-kalter Gaudi-Start 2019

Edersee – Ein trüber Himmel mit feinem Nieselregen bei 6 Grad Celsius Lufttemperatur, aber ein frisch-fromm-fröhliches Athletenfeld und ein bestens aufgelegtes Publikum brachte das traditionelle Neujahrsschwimmen an der Sperrmauer-Ostseite.

Fantasiereich, doch zumeist spärlich kostümiert stürzten sich Männlein und Weiblein aller Altersklassen vom Schulbuben bis zur Großmama nach der Aufheizphase in der fahrbaren Sauna oder in den holzbefeuerten Wannen und Zubern unter dem Beifall des warm und trocken eingemummelten Publikums in die wieder ansehnlich aufgefüllten Fluten des Edersees.

Die perfekte Organisation und Betreuung durch das Neujahrsschwimmen-Team lockten rund 250 Hartgesottene an, die Bürgermeister Klaus Gier vom Wasser aus begrüßte. Die Waldecker Böllerschützen gaben das unüberhörbare Startsignal, während die Ehrenamtlichen von DLRG und Edertaler Feuerwehr das gute Gefühl der Sicherheit vermittelten.

Bayrische „Damen“ mit strammen, wohl bewachsenen Waden tummelten sich im wenige Grad kalten Wasser wie Tiere aus aller Herren Länder und Erdzeitaltern, Obelix, Darth Vader und mehr solcher legendärer Gestalten. Eine Riesengaudi, die komplettiert wurde durch ein deftiges Angebot an Speisen und Getränken

Zum Wasserstand beim Neujahrsschwimmen im Edersee

Die Talsperre ist aktuell zwar noch immer nicht so gefüllt wie im langjährigen Durchschnitt, doch der Weg fiel zum kühlen Bad fiel deutlich kürzer aus als voriges Jahr im trockenen Winter.

Die täglichen Wasserstands-, Zu- und Abflussmeldungen des WSA zeigen seit dem jüngsten Einsetzen größerer Niederschläge im Einzugsgebiet einen beständigen Anstieg des Pegels an, so dass der Edersee zum 1. Januar die Marke von mehr als 83 Millionen Kubikmetern erreicht hat. Das längjährige Mittel zu diesem Zeitpunkt liegt bei 105 Millionen Kubikmetern. In den vergangenen, trockenen Monaten lag der Füllstand des Edersees um 60 bis 70 Millionen Kubikmeter unterhalb des langjährigen Mittels.

Seit einigen Wochen fährt das WSA im Probebetrieb eine reduzierte Mindestabgabe von 4 Kubikmetern pro Sekunde statt bisher 6 Kubikmetern.

Die Mindestabgabe ist nötig, um die Eder ab Affoldern ökologisch in einem stabilen Zustand zu halten. Gewässerbiologen vertraten in Gutachten Anfang des Jahres die Auffassung, dass die Reduktion von 6 auf 4 Kubikmeter Mindestabgabe möglich ist. Zum Einen habe sich die Leistungsfähigkeit der Kläranlagen an der unteren Eder weiter und deutlich verbessert hat.

Zum Anderen habe die Renaturierung der vergangenen Jahre im mittleren Edertal den Fluss ökologisch widerstandsfähiger gemacht .

Der Versuch mit dieser reduzierten Mindestabgabe wurde fortgesetzt, obwohl die Triggerlinie, also der jeweilige Füllstand im See, ab dem ein sparsamerer Ablass in Kraft tritt, seit dem Heiligen Abend überschritten war.

Bildergalerie zum Edersee-Neujahrsschwimmen 2019

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