Trotz abgesenkter Triggerlinie:

Schon wieder extrem trocken: Pegel des Edersees liegt so tief wie im Juli 2018

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Eine Situation wie vor Jahr und Tag: Nur wenige Millionen Kubikmeter mehr enthält der Edersee (hier Rehbach) im Vergleich zur Juli-Mitte ‘18. Ohne die 2019 abgesenkte Triggerlinie wäre der Pegel noch weiter gefallen.

Edersee – Mit einem neuen Bewirtschaftungskonzept für den Edersee sollen in trockenen Sommern die Interessen aller Nutzer des Edersees besser berücksichtigt werden.

Eine entsprechende Vereinbarung wurde laut Bürgermeister Klaus Gier in einem gemeinsamen Gespräch des Regionalverbandes Eder-Diemel mit dem Regierungspräsidium und dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) getroffen, berichtete er im Parlament.

Laut Regionalverband sei damit eine deutliche Verbesserung der Situation am Edersee erreicht worden. Erstmals würden bei der Wasserbewirtschaftung auch die Belange des Tourismus und der Freizeitnutzung einbezogen, „wenngleich sie nicht offiziell in die Betriebsvorschrift aufgenommen sind“, ergänzt Gier.

Zweifel meldete in der Gemeindevertretung der Fraktionsvorsitzende der Wählergruppe Wir Edertaler an. „Die ganze Woche wurden fast 20 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben“ sagte Holger Blume. Sogar Ablasswerte von 25 bis 29 Kubikmetern pro Sekunde waren zu verzeichnen.

Die Erklärung für den scheinbaren Widerspruch: Erneut zeigen sich 2019 die Grenzen des im Prinzip zu kleinen Edersees, denn erneut ist es im Sommer extrem trocken. Das WSA hat die Triggerlinie, wie angekündigt, 2019 abgesenkt, begann also früher mit Wassersparen, indem es einen um 5 Zentimeter niedrigeren Pegel in Hann. Münden ansteuert. Doch selbst dieser niedrigere Pegel verlangte über Tage einen Ablass von 25 Kubikmetern und mehr pro Sekunde aus dem Edersee. „Das Wasser einfach für uns behalten, geht auch nicht“, meint Klaus Gier. Wegen der Trockenheit an Weser und Edersee in den letzten Wochen ist der Pegel in der Talsperre fast auf einen Stand abgesunken wie Mitte Juli 2018. Fünf bis sechs Millionen Kubikmeter mehr als 2018 enthält der See noch und damit erneut mehr als 20 Millionen unter dem langjährigen Mittel. Ohne die 2019 abgesenkte Triggerlinie wäre der Spiegel allerdings noch weiter gefallen.  -sch/su-

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