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Krieg und Pandemie zentrale Themen bei DGB-Kundgebung am 1. Mai am Edersee

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Von: Cornelia Höhne

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Pandemie und Krieg: Über die Auswirkungen in heimischen Unternehmen berichteten Betriebsratsvorsitzende bei der Maikundgebung des DGB; von links Jörg Schönfelder (Continental), Karl-Friedrich Sude (Deutsche Post), Annette Boldt (Krankenhaus Korbach) , Bernd Kuhn (Frank Walz- und Schmiedetechnik), Bernd Uebermuth (Weidemann) und Gewerkschaftssekretär Dennis Schindehütte.
Pandemie und Krieg: Über die Auswirkungen in heimischen Unternehmen berichteten Betriebsratsvorsitzende bei der Maikundgebung des DGB; von links Jörg Schönfelder (Continental), Karl-Friedrich Sude (Deutsche Post), Annette Boldt (Krankenhaus Korbach) , Bernd Kuhn (Frank Walz- und Schmiedetechnik), Bernd Uebermuth (Weidemann) und Gewerkschaftssekretär Dennis Schindehütte. © Cornelia Höhne

Der Krieg in der Ukraine ist zentrales Thema bei der Maikundgebung des DGB-Kreisverbands Waldeck-Frankenberg am 1. Mai 2022 an der Edertalsperre.

Edertal-Hemfurth/Edersee – Der DGB und seine Gewerkschaften unterstützen die scharfen wirtschaftlichen Sanktionen gegen den russischen Aggressor Putin, stellt Gewerkschaftssekretär Dennis Schindehütte (IG Metall) klar. Welche Herausforderungen heimische Firmen meistern, das schildern Betriebsräte in Schlaglichtern.

Geflüchtete rasch in den Arbeitsmarkt integrieren

„Wir sind nicht gegen Russland, wir sind gegen den Krieg, wir sind gegen die, die ihn führen und wir sind für Frieden“, betont Schindehütte in seiner Rede zum Thema „GeMAInsam Zukunft gestalten“. Geflüchtete müssten rasch in den Arbeitsmarkt integriert werden. „Die Gewerkschaften werden mit den Betriebs- und Personalräten dafür sorgen, dass sie ordentliche Jobs bekommen und nicht als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden.“

DGB und Mitgliedsgewerkschaften sehen die Bundesregierung in der Pflicht, dass der Anstieg der Energiepreise abgefedert wird. Corona-Krise und Krieg stellten die Wirtschaft vor ungeahnte Herausforderungen. Dennoch sei dank der gewerkschaftlichen Krisenpolitik gelungen, Beschäftigungsverluste und Arbeitslosigkeit gering zu halten. Und „wir haben erreicht, dass der Mindestlohn noch in diesem Jahr auf 12 Euro erhöht wird“, betont Schindehütte.

Gemeinsam aktiv werden, um Dinge zu verändern

Als weitere Erfolge listet er die Stärkung der Tarifbindung auf und die DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch!“, bei der Repekt gegenüber den Kollegen im öffentlichen Verkehr, bei Polizei, Rettungsdiensten, Krankenhäusern und in vielen weiteren Bereichen eingefordert wird. Menschen müssten mitgenommen werden und erleben, dass es hilft, wenn sie gemeinsam aktiv werden, um Dinge zu verändern. „Das geht am besten in der Gewerkschaft.“

Premiere am Edersee: Wegen der Pandemie wurde die vor zwei Jahren geplante Maikundgebung des DGB auf dem Sperrmauervorplatz abgesagt. Die Veranstaltung am 1. Mai 2022 stand unter dem Thema „GeMAInsam Zukunft gestalten“.
Premiere am Edersee: Wegen der Pandemie wurde die vor zwei Jahren geplante Maikundgebung des DGB auf dem Sperrmauervorplatz abgesagt. Die Veranstaltung am 1. Mai 2022 stand unter dem Thema „GeMAInsam Zukunft gestalten“. © Cornelia Höhne

Die Grüße des Landkreises Waldeck-Frankenberg überbringt Beigeordnete Hannelore Behle am „Tag der Arbeit“, der seit rund 130 Jahren begangen werde. „Es ist wichtig, diesen 1. Mai weiterhin als Chance zu sehen, auf Missstände in der Arbeitswelt hinzuweisen.“ In der aktuell schwierigen Zeit spielen die Gewerkschaften nach den Worten des Edertaler Bürgermeisters Klaus Gier eine bedeutende Rolle. Es gehe darum, den „Spagat zwischen Wünschenwerten und Machbaren auszuloten“.

Pop- und Rockmusik der Band SMOplus der Musikschule Korbach

Bei der Eröffnung durch DGB-Kreisvorsitzenden Gerhard Geitz versammeln sich knapp 100 Menschen an Tischen und Ständen. „Das erste Mal seit zwei Jahren wieder in Präsenz“, freut sich Geitz. Auch wenn das frische Ausflugswetter am Sonntag womöglich Besucher abgehalten hat, zeigt sich Geiz überzeugt von der richtigen Ortswahl für die zentrale Kundgebung im Kreis. Sie wird umrahmt mit Pop- und Rockmusik der Band SMOplus der Musikschule Korbach.

Betriebsratsvorsitzende am Mikrophon

Am Podium erzählen Betriebsratsvorsitzende über Folgen der Pandemie und des Kriegs, der nicht an den Arbeitsplatz getragen werden soll. Vermitteln zwischen ukrainischen und russischen Mitarbeitern ist laut Bernd Uebermuth (Weidemann/Korbach) bei 700 Mitarbeitern besonderes Anliegen des Betriebsrats. Am Reddighäuser Hammer wurde Kollegen Hilfe angeboten, wenn sie flüchten wollen, sagt Bernd Kuhn (Frank Walz-/Schmiedetechnik). „Sie haben es aber vorgezogen, in der Ukraine zu bleiben.“

Annette Boldt (Krankenhaus Korbach) berichtet von ukrainischen Kolleginnen, die Hilfsgüter sammelten. Das sei von den 840 Klinikbeschäftigen sehr unterstützt worden. Betroffen mache jedoch, dass die Organisatorinnen nicht genannt werden dürften – aus Angst um das Leben der Angehörigen.

Dass die Pandemie in der Wirtschaft weitgehend reibungslos bewältigt wurde, sieht Jörg Schönfelder (Continental Korbach) in den Mitwirkungsstrukturen. „Unsere politischen Systeme haben auch aufgrund unserer Betriebsräte und Gewerkschaften gut funktioniert.“

Von Lockdowns habe die Post immens profitiert, sagt Karl-Friedrich Sude (Niederlassung Kassel). „In 2020/21 waren meine Kollegen permanent wie im Weihnachtsverkehr.“

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