Reicher Kindersegen im Nest an der Wese

Regenwürmer die Leibspeise der vier Edertaler Storchenjungen

Kindersegen im Storchennest: Vier Jungvögel sind geschlüpft. Aktuell ist der Tisch für Familie Adebar reich gedeckt. Indes können längere Regenperioden mit Kälte den Storchenjungen gefährlich werden. Foto: hermann Sonderhüsken

Giflitz – Reicher Kindersegen stellte sich im Storchennest an der Wese ein. Zunächst wurden drei Jungtiere gesichtet, inzwischen ist ein vierter Nachkömmling dazu gekommen.

Weiterer Familienzuwachs ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. In 2010 waren fünf Storchenjunge geschlüpft – dies war bislang einmalig seit der Wiederkehr der Störche im Edertal.

Aktuell ist der Tisch für Familie Adebar reich gedeckt. „Jungvögel werden in der ersten Zeit zu einem für Großvögel erstaunlichen Anteil mit Regenwürmern gefüttert“, erläutert Wolfgang Lübcke vom Edertaler NABU. Zudem seien viele Wiesen gemäht, wo die Störche Nahrung finden können. „Problematisch für die Jungstörche wird es, wenn längere Regenperioden mit Kälte einhergehen.“ Gefährlich könne es auch bei Nistmaterialien werden, die Nässe stauen, wie beispielsweise Plastik-Folien.

Weitere Details zum Alltag der Adebare: Hauptnahrung der Störche sind Mäuse. Grundsätzlich nehmen sie von Würmern und Käfern bis zu ausgewachsenen Maulwürfen und Aalen alles, was sie finden. Aufgrund der Art ihrer Schnäbel können Störche ihre Beute nicht zerkleinern. Sie transportieren ihre Beute nie im Schnabel sondern schlucken sie komplett. Bei der Versorgung der Jungen würgen die Eltern ihre Beute wieder aus. Bei kleinen Jungtieren werden die großen Beutestücke direkt wieder gefressen.

Das Ei eines Storchs ist nur wenig größer als ein Hühnerei, entsprechend klein sind die Küken beim Schlüpfen. Die Jungen werden nicht gefüttert, sie nehmen das ausgewürgte Futter selbst auf. Wasser wird von den Altstörchen in die geöffneten Schnäbel der Jungen gespritzt. Zur Versorgung der Jungen kommen die Altstörche dann zurück, wenn ihr Schlund gefüllt ist. Manchmal dauert das nur 20 Minuten, gelegentlich auch über zwei Stunden.

Meist werden zwei bis vier Eier gelegt und ausgebrütet, es sind aber auch Fünfergelege möglich. Die Eiablage erfolgt normalerweise in Abständen von zwei Tagen, wobei das Brüten nach der Ablage des zweiten oder dritten Eies beginnt. Dies bedeutet, dass die Jungen auch nicht am selben Tag schlüpfen.

Störche fliegen täglich etwa 200 bis 300 Kilometer. Ein Weißstorch erreicht eine Größe von etwa 180 Zentimetern. Männchen sind meist etwas größer als Weibchen. Die Flügelspannweite eines erwachsenen Tiers beträgt 200 bis 220 Zentimeter Ein ausgewachsenes Männchen wiegt etwa vier Kilo, die Weibchen sind oft leichter. Störche können über 20 Jahre alt werden. Laut der Internet-Plattform Wikipedia wurde ein beringter Weißstorch 33 Jahre alt. In Gefangenschaft können Störche noch älter werden, der Rekord liegt bei 48 Jahren.

Die Brutgebiete erstrecken sich von Mittel- und Südeuropa bis Nordindien. Die Winterquartiere sind in Spanien, Mittel- und Südafrika und in Teilen von Südasien.

VON HERMANN SONDERHÜSKEN

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