Zwischen 22 und 6 Uhr: Zu- und Abfahrt verboten, Beleuchtung begrenzt

Edertaler Ausschuss beschließt Ruhezeit-Pflicht für geplanten Wohnmobilpark am Rehbach

Platz für Wohnmobile am Rehbach: Links der heutige Stellplatz, rechts die Fläche, auf der der neue Wohnmobil-Park entsteht.
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Platz für Wohnmobile am Rehbach: Links der heutige Stellplatz, rechts die Fläche, auf der der neue Wohnmobil-Park entsteht.

Der große Edertaler Parlamentsausschuss beschäftigte sich mit den Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit zum geplanten, neuen Wohnmobilstellplatz am Rehbach.

Edertal – Das Einholen solcher Anregungen und Einwände ist gesetzlich vorgeschrieben, weil die Gemeinde sowohl den Flächennutzungs- als auch den Bebauungsplan ändert, um das Vorhaben zu ermöglichen.

Drei von knapp zwei Dutzend Kritikpunkten wurden am Ende von den Abgeordnete aufgegriffen und als Vorgaben an den Investor in die Pläne eingefügt:

Drei Änderungen im Planwerk für den Wohnmobilplatz am Edersee

1. An- und Abfahrten auf dem neuen Platz während einer Ruhezeit zwischen 22 und 7 Uhr zu verbieten, verlangte ein Anwohner. Dem gab der Ausschuss statt, verkürzte die Ruhezeit allerdings um eine Stunde auf die Phase zwischen 22 Uhr und 6 Uhr.

2. Wer den Rehbach kennt schätzt seine Besonderheit in der Nacht: wenig künstliche Lichtquellen, was bei klarem Wetter ein intensives Erleben des Sternenhimmels ermöglicht und die für nachtaktive Tiere tödliche Lichtverschmutzung minimiert. Vor diesem Hintergrund erlaubt der Bebauungsplan in der Ruhezeit zwischen 22 und 6 Uhr auf dem geplanten Stellplatz als fest installierte Lichtquellen allein die Pollerbeleuchtung.

3. Die Abgeordneten nahmen Hinweise zur Bepflanzung auf. Statt der Robinie etwa werden heimische Bäume und Sträucher wie zum Beispiel Vogelkirsche und Elsbeere gesetzt.

Die meisten Hinweise und Einwände zurück gewiesen

Die meisten Hinweise und Einwände wies der Edertaler Parlaments-Ausschuss allerdings auf Vorschlag der Gemeindeverwaltung zurück. Das galt etwa für Kritik, die das Projekt generell in Frage stellte.

Ein Beispiel: der Hinweis des Naturschutzbundes und mehrerer Bürgerinnen, dass die Fläche des künftigen Stellplatzes Bestandteil des größten, zusammenhängenden Grünland-Areals in der Gemeinde Edertal ist. Dieser Bereich besitze eine besondere Bedeutung als Jagdgebiet für große Greifvögel bis hin zum Uhu.

Das Projekt gefährde den Bestand dieser Arten nicht, habe das dazugehörige Gutachten ergeben, berichtete Edertals Bauamtsleiter Alexander Paul: „Niemand hat das Gutachten in Zweifel gezogen.“

Bedenken zum Verkehrsaufkommen

Das höhere Verkehrsaufkommen war ein anderer zentraler Angriffspunkt bei den Einwänden zum Wohnmobilplatz. Der Rehbach sei in der Saison ohnehin vielfach überlaufen, hieß es in der Begründung.

Die Verwaltung verwies dazu auf das Verkehrskonzept, das sie gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg erarbeite. Der Wohnmobilstellplatz erhöhe das Aufkommen nicht nennenswert. „Bei durchschnittlich vier Übernachtungen kommen wir auf 45 zusätzliche Fahrzeugbewegungen in Gestalt von An- und Abfahrten pro Tag, was vier bis fünf Bewegungen pro Stunde entspricht“, rechnete Alexander Paul vor. Angesichts des Betriebes auf den Pkw-Parkplätzen an besucherstarken Tagen fielen diese Werte nicht groß ins Gewicht.

Christof Reckhart (FDP) schränkte diese Zahlen allerdings ein: „3,3 Übernachtungen werden im Moment durchschnittlich für Wohnmobil-Gäste angegeben. Bei sinkender Tendenz.“ Das würde für die Zukunft eine höhere Belastung bedeuten, als derzeit kalkuliert, merkte er an.

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