Appell an verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Talsperre

Landrat Kubat: Schneeschmelze bietet Chance auf volleren Edersee

Hoffnung durch Schneeschmelze: Der Edersee, hier am Fähranleger auf Scheid, hat aktuell erst 47 Prozent seiner gesamten Füllmenge an Wasser erreicht.  
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Hoffnung durch Schneeschmelze: Der Edersee, hier am Fähranleger auf Scheid, hat aktuell erst 47 Prozent seiner gesamten Füllmenge an Wasser erreicht.  

Landrat Dr. Reinhard Kubat sieht in der Schneeschmelze eine Chance auf einen volleren Edersee.

Edersee – In die Diskussionen um den Wasserstand des Edersees bringt sich auch Landrat Dr. Reinhard Kubat ein und fordert, das Wasser der Schneeschmelze zum Auffüllen des Stausees zu nutzen.

„Einer der besten Winter der letzten Jahre“

In den letzten Januartagen gab es vergleichsweise gute Niederschlagsmengen im Bereich des Landkreises Waldeck-Frankenberg, zum großen Teil in Form von Schnee, verweist Kubat. „Das Waldecker Land erlebt einen der besten Winter der letzten Jahre.“ Nun sei Tauwetter vorhergesagt, und die angesammelten Schneemengen werden in die Oberflächengewässer abfließen. Das ist aus Sicht des Landrats eine Chance, das Defizit beim Wasserstand des Edersees auszugleichen und mit einem gut gefüllten See in die Frühjahrs- und Sommersaison zu gehen.

Landrat fordert: Ablassmenge auf Minimum begrenzen

Üblicherweise habe der See in Zeiten der Schneeschmelze vor allem die Funktion der Hochwasserregulierung. Das sei in diesem Jahr anders. „Wir müssen uns derzeit mit den Folgen von drei heißen und niederschlagsarmen Jahren auseinandersetzen.“

In den ersten Januartagen lag der Füllstand von Hessens größtem Stausee rund 50 Millionen Kubikmeter unter dem durchschnittlichen Jahresmittelwert. Dies sei besorgniserregend, meint Kubat.

Durch die Schneefälle der vergangenen Wochen sei jedoch die Chance gegeben, dies zumindest in Teilen wieder auszugleichen. Voraussetzung sei eine verantwortungsvolle und zielgerichtete Bewirtschaftung. Dies bedeute, dass die Ablassmenge auf ein dringend notwendiges Minimum begrenzt werden müsse.

Chance auf halbwegs normale Saison in der zweiten Jahreshälfte

„Die Verantwortlichen, insbesondere beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Hann-Münden, müssen auch die Interessen der Edersee-Region stärker in ihre Überlegungen einbinden“,fordert der Landrat. Der gesamte Bereich lebe vor allem vom Tourismus und habe bereits im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie erhebliche Verluste tragen müssen.

Durch die angelaufene Impfung bestehe die Chance, dass bei Tourismusbranche und Gastronomie rund um den See in der zweiten Jahreshälfte eine wenigstens ansatzweise normale Geschäftslage eintreten könnte. Diese Perspektive müsse in jedem Fall gewahrt werden. Derzeit hat der See eine Füllmenge von knapp 94 Millionen Kubikmeter und ist damit zu etwa 47 Prozent gefüllt. Der Landrat appelliert an alle Verantwortlichen, den aktuellen Ablauf von vier Kubikmetern pro Sekunde beizubehalten, dies entspricht der Mindestablaufmenge. Die Weser müsse derzeit nicht gestützt werden.

Im Sinne der Region nutzen

„Die Ederseeregion hat unter den trockenen Sommern der letzten drei Jahre sowie unter den durch die Coronakrise bedingten Beschränkungen extrem zu leiden gehabt; Nun ist es an der Zeit, Solidarität mit den Menschen zu zeigen, die ihre Existenz auf Tourismus und Gastronomie aufgebaut haben“. Die Chance, die die Schneeschmelz biete, müsse unbedingt im Sinne der Region genutzt werden.  

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