54 Mehl- und Rauchschwalben-Brutpaare

"Schwalbenfreundliches Haus": Edertaler NABU zeichnet Anraffer Bauernhof aus

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Schwalbenfreundlicher Hof: Wolfgang Lübcke (Nabu), Jens und Andrea Dietz, Walter Meier Nabu), vorn Merle und Jan-Ole Küppers, Nichte und Neffe des Ehepaars Dietz.

Mit doppelter Begründung hat der Nabu Edertal den Bauernhof der Familie Dietz als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet: Wegen seiner großen Brut-Bestände von Mehl und Rauchschwalben.

Neun Häuser mit Mehlschwalben hat der Nabu Edertal bisher ausgezeichnet. Mindestens zehn Brutpaare sollten es dafür sein, sagt Vorstandsmitglied Walter Meier. An einem Gebäude des Hofes Dietz sind es 13 Pärchen. Vor allem aber werde der Hof wegen der mindestens 41 Rauchschwalben-Brutpaare im Kuhstall ausgezeichnet.

Wolfgang Lübcke, der zugleich Schriftleiter der „Vogelkundlichen Hefte“ für den Kreis Waldeck-Frankenberg ist, betonte, dass diese Zahl im kreisweiten Maßstab ein Spitzenwert sei. 

Rauchschwalben seien in den meisten Dörfern deutlich seltener als Mehlschwalben. In Orten, aus denen langjährige Vergleichszahlen vorliegen – wie in Böhne und Goddelsheim – habe der Bestand im Laufe der letzten Jahrzehnte stark abgenommen. 

Ursache: der Rückgang der Viehhaltung. Der Hof Dietz ist inzwischen der einzige Milchviehbetrieb in Anraff. Betriebsinhaber Jens Dietz freut sich über „seine Schwalben“.

 Damit sie trotz Trockenheit genügend Baumaterial finden, hat er eine Lehmpfütze angelegt, die er feucht hält. Unter den Nestern hat er kleine Bretter angebracht, damit Kot nicht das Tierfutter verschmutzet. Dietz schätzt die Schwalben als Fliegenjäger. Wenn sie wieder nach Süden ziehen, rechnet er mit deutlich mehr Fliegen im Stall, mit der Folge, dass die Kühe sich unruhiger verhalten.

Beim Gespräch über Landwirtschaft und Naturschutz berichtete Dietz von seinen Bemühungen um eine größere Vielfalt landwirtschaftlicher Kulturen, unter anderem auch Luzerne, die reichlich Insektennahrung bietet – für Schmetterlinge, Hummeln, Bienen. Auch Blühstreifen legt er an. 

Er mäht seine Grünlandflächen nicht auf einmal sondern abschnittsweise. Das komme den Edertaler Störchen zugute, weil sie öfters frisch gemähte Wiesen zur Nahrungssuche nutzen können. 

Diesen Effekt bestätigten die Nabu-Vertreter. Sie sprachen sich für eine stärkere Förderung kleiner und mittlerer Bauernhöfe aus. Naturschutzleistungen sollten so honoriert werden, dass sie sich für die Betriebe auch rechnen.

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