Fünf Rüden und ein Weibchen

Sechs Wolfswelpen im Wildtierpark Edersee geboren

Anuk, Jungwolf aus dem vorigen Jahr, spielt hier mit seinem Bruder Balu, der Ende April auf die Welt kam.
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Anuk, Jungwolf aus dem vorigen Jahr, spielt hier mit seinem Bruder Balu, der Ende April auf die Welt kam.

Sechs wenige Wochen alte Wolfswelpen vergrößern das Rudel im Wildtierpark Edersee. Muttermilch allein reicht ihnen als Futter schon nicht mehr.

  • Im Wildtierpark Edersee wurden vor wenigen Wochen sechs Wolfswelpen geboren
  • Inzwischen fressen die kleinen Wölfe zusätzlich zur Muttermilch schon Fleisch
  • Einer der Wolfswelpen hat aus einem besonderen Grund schon einen Namen

Edersee – Ende April bekam das Wolfsrudel im Wildtierpark Edersee Nachwuchs: Leitwölfin Noki brachte fünf kleine Rüden und ein kleines Weibchen zur Welt. Inzwischen trauen sich die Geschwister häufiger und häufiger aus der Höhle und auf jeden Fall, wenn es Futter gibt.

Wildtierpark Edersee: Wolfswelpen schon zweimal umgezogen

Zweimal sind die Wolfswelpen im Wildtierpark Edersee in ihrem kurzen Leben innerhalb des Geheges schon umgezogen, erzählt Tierpfleger Thomas Wagener. Den augenblicklichen Bau hat Mutter Noki persönlich unter dem Wurzelteller eines großen, abgeknickten Baumes gegraben. Das Schöne für Gäste des Parks: Diese Kinderstube liegt nah am Zaun, so dass mit Glück die Chance besteht, die Kleinen sehen.

Betteln perfektioniert: Noki füttert eines ihrer Jungtiere.

Aus der ersten Höhle brachte Noki ihre Sprösslinge fort, „weil es ihr zu sehr nach Mensch roch“, ist sich Wagener sicher. Schließlich musste das Team vom Park nach der Geburt kontrollieren, wie viele Junge welchen Geschlechts die Leitwölfin Noki im Wildtierpark Edersee geboren hatte. Julia Schneider, die gerade ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Park leistet, kroch dazu in die Höhle hinein. Nach diesem Besuch ging Noki lieber auf Nummer sicher. „Das zeigt auch, wie scheu Wölfe sind, selbst wenn sie uns kennen“, erklärt Thomas Wagener.

Wildtierpark Edersee: Ein Wolfswelpe sieht eher aus wie ein Hund

Besonders freuten er und seine junge Kollegin sich über eins der Wolfsjungen: „Ein Rüde mit einem Knickohr. Eigentlich sieht er aus wie ein Hund“, meint Thomas Wagener. Und während dessen Geschwister bislang keine Namen erhielten, „haben wir den Kleinen Balu genannt, wie den Bären aus dem Dschungelbuch“, sagt der Tierpfleger mit einem Lächeln.

Zwar werden Balu, seine Brüder und Schwestern aus demselben Wurf im Wildtierpark Edersee noch gesäugt, aber sie fressen seit etlichen Tagen zusätzlich und gerne Fleisch. Die Mutter und zwei Geschwister der Kleinen aus dem Vorjahr helfen beim Füttern. Sie kauen die Brocken, die das Parkteam ins Gehege wirft, für die Welpen vor. Die Jungen betteln nach Kräften und wenn eines ein Stück ergattert, geht das Rangeln mit den Geschwistern los. Satt werden am Ende aber alle.

Rangeln: Das gehört für die Wolfswelpen dazu, wenn´s Futter gibt.

Neben Noki sind es vor allem deren jugendliche Tochter Akira und Sohn Anuk, die nach Wolfsrudel-Art bei der Versorgung und dem Beschützen der Kleinen helfen.

Eher im Hintergrund hält sich der zweite Jungwolf aus dem vorigen Jahr mit Namen Amik. Zusammen mit Vater Nuk hält er sich, wenn Menschen in der Nähe sind, lieber im hinteren Teil des großen Geheges auf.

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Wildtierpark Edersee: Impfungen für Wolfswelpen stehen bald an

Bald kommt auf den Wolfsjahrgang 2020 im Wildtierpark Edersee allerdings etwas Unangenehmes zu. „Im Alter von sechs bis acht Wochen werden sie gegen Staupe sowie Tollwut geimpft und bekommen ihren Chip“, erklärt Thomas Wagener.

Der Chip stellt den „Personalausweis“ der Wölfe dar. Weitere drei Wochen später folgt die zweite Impfung. „Dann werden sie schwieriger einzufangen sein, denn sie wissen, was los ist“, weiß Wagener aus langjähriger Erfahrung.

Wildtierpark Edersee: Zwei halbstarke Wölfe nehmen bald Abschied

Im Laufe des Monats heißt es außerdem für einen oder zwei der Jungwölfe aus dem vorigen Jahr, Abschied zu nehmen aus dem Wildtierpark Edersee. „Bei den europäischen Wölfen in freier Wildbahn ist es auch so, dass herangewachsene, junge Wölfe allein losziehen, um sich ein neues Revier zu suchen und vielleicht ein eigenes Rudel zu gründen“, erklärt Wagener.

Die Stölzinger Wölfin ist mittlerweile auf dem gesamten nordhessischen Gebirgszug unterwegs. Das ergeben die Analysen.

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