Gründonnerstag um 11 Uhr erste Bergfahrt:

Standseilbahn am Edersee-Peterskopf startet in die Saison

+
Die Peterkopf-Bahn trägt sich weitgehend selbst. Betriebsleiter Mathias Biederbeck verweist zudem auf ihre robuste, zuverlässige Technik.

Hemfurth-Edersee – Traditionell startet die Standseilbahn am Peterskopf zum Osterwochenende in die Saison. Ab Gründonnerstag verkehrt die Touristenattraktion bis in den Oktober.

VON MATTHIAS SCHULDT

Erste Fahrt zum Gipfel täglich um 11 Uhr, letzte Talfahrt um 17.30 Uhr. „Wobei in Ausnahmefällen auch frühere Bergfahrten möglich sind“, sagt Sascha Radler, der bei Uniper wie zuvor bei E.ON für die Planungen im Zusammenhang mit der Bahn zuständig ist.

Unter anderem erstellt er für sechs Kollegen in Teilzeit die Dienstpläne. „30 000 Personen pro Jahr befördern wir auf den Peterskopf und wieder herunter“, fügt Radler hinzu.

Zwar wird die Peterskopf-Standseilbahn in diesem Jahr 36 Jahre alt, „aber eigentlich feiern wir doch eine Art Jubiläum“, erklärt Mathias Biederbeck, Betriebsleiter der Anlage. Denn diese gehe erst ins 35. Betriebsjahr als Personenkabine: „Wir hatten ja ein Jahr Pause, als der Damm des Speicherbeckens auf dem Peterskopf erhöht wurde“, erinnert Biederbeck.

Seit 1983 mit einem Jahr Pause als Personenkabine in Betrieb: die Standseilbahn am Peterskopf.

Vor 1983 diente die Standseilbahn allein dem Materialtransport. Sie brachte die Teilstücke der stählernen Rohrleitung, durch die das Wasser auf den Berg gepumpt wird und durch die es zwecks Strom-Rückgewinnung wieder hinabfließt, zur Montage an ihren Platz im steilen Hang.

Wie viele Jahre die Bahn nun noch Touristen befördert, ist ungewiss. Uniper hat lediglich eine Garantie bis 2022 abgegeben. Die Gemeinde Edertal hat vor Längerem bereits Kontakt aufgenommen, um zu klären, wie sich ein Weiterbetrieb organisieren ließe.

Aus Sicht der Edertaler wäre ein Verlust der Attraktion ein schwerer Schlag für den Tourismus. Mathias Biederbeck versteht diese Haltung: „Mit der Bahn hinauf fahren zum Peterskopf, dort den Fernblick genießen und einen Imbiss in der Waldbölker-Gastronomie einnehmen – das ist ein attraktives Paket für Gäste.“

Nach Angaben von Bahn-Betriebsleiter Mathias Biederbeck trägt sich die Anlage durch die Einnahmen aus den Fahrtickets aktuell selbst. Wartung und Personalaufwand sind so abgedeckt „Ausgenommen davon sind allerdings die Energiekosten“, schränkt er ein. Die Kabine fährt mit Elektoantrieb. Die Technik sei zwar Jahrzehnte alt, aber robust und funktioniere. Schwierig werde es, wenn irgendwann beispielsweise größere Investitionen in den Gleiskörper erforderlich würden, fügt Biederbeck hinzu.

Neben der Talstation findet sich das Info-Zentrum, das früher von der E.ON unterhalten wurde. Eine Zeit lang war es geschlossen, bis der Heimatverein Hemfurth-Edersee und Gastronom Heinrich Born sich des Angebotes annahmen. Es hat dienstags bis sonntags von 12 bis 15 Uhr sowie nach Absprache geöffnet.

„Die Ausstellung des Heimatvereins zu 100 Jahren Edersee ist dort zu sehen“, sagt Sascha Radler. Der zweite Schwerpunkt des Zentrums liegt auf dem Pumpspeicherkraftwerk der Peterskopf-Kaverne. Anhand von Modellen und Schautafeln erklärt etwa Matthias Lange vom Heimatverein Aufbau und Funktionsweise der „Riesenbatterie“. Ausnehmend selten geworden im Vergleich zu früher sind öffentliche Führungen durch die künstliche Höhle, die Kaverne. In ihr könnte man den Kölner Dom verstecken. Ein Besuch dort stellt ein eindrucksvolles Erlebnis dar, das Touristen bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts regelmäßig geboten wurde. Heute wäre es zusätzlich spannend vor dem Hintergrund der Diskussion um die Energiewende.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare