Offene Kirchen am Ederradweg

Synodale diskutieren in Böhne über Haushalt, Projekte und Reformen im Kirchenkreis Eder

Offene Kirchen: Am Ederradweg können die Gotteshäuser künftig multimedial erkundet werden, dank einer Förderung aus dem EU-Haushalt. Das Projekt startet im Mai in der Affolderner Kirche (unser Bild). Foto: Matthias Schuldt

Edertal-Böhne. Rund 80 Synodale des Kirchenkreises Eder tagten im Dorfgemeinschaftshaus in Böhne.

Sie verabschiedeten unter anderem den Haushalt des Kirchenkreises. Er hat ein Volumen von über 2 Millionen Euro, allein 500 000 Euro sind dabei für Personalstellen vorgesehen, 130 000 Euro entfallen auf die Kirchenmusik.

Aber auch Aktivitäten in den Kirchengemeinden werden durch den Kirchenkreis gefördert. Besonders ein Projekt hebt der Leiter des Kirchenkreisamtes in Korbach, Bernd Merhof, hervor: Die offenen Kirchen am Ederradweg. 

„Sie können von den Besuchern vor Ort multimedial erkundet werden“, sagt Merhof. Dafür wurden Gelder aus dem EU-Haushalt gewonnen, insgesamt 70 000 Euro sind vorgesehen. Das Projekt „Kirchen am Ederradweg“ wird am 12. Mai in Affoldern eröffnet.

Reformen im Kirchenkreis Eder bis 2026

Einen Ausblick in die Zukunft wagte Dekanin Petra Hegmann in ihrem Bericht des Kirchenkreisvorstands. Sie versetzte die Synodalen in das Jahr 2026, in dem viele Reformprozesse abgeschlossen sein sollen. 

25 Pfarrstellen in vier Kooperationsräumen stellte sie den Synodalen vor Augen, 4,5 Stellen weniger als jetzt. Doch sie macht Mut. „Durch Ruhestände, anlässlich von Stellenwechseln und veränderten Aufgabenzuweisungen ist es gelungen, die Veränderung allmählich herbeizuführen“, ist sich die Dekanin sicher. „Die Gemeinden haben überlegt, was gemeinsam für alle an Gemeindearbeit geleistet werden kann.

In jedem Kooperationsraum gebe es eine Stelle für Jugendarbeit, so Hegmann. Das habe viele Jugendliche angesprochen und Kirche wieder für sie attraktiver gemacht. Auch die Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitenden in den verschiedenen Bereichen der Kirche sei 2026 besser geworden.

„Inzwischen haben sich Dienstgemeinschaften entwickelt, in denen sich Menschen gegenseitig unterstützen“, wagt die Dekanin den Ausblick auf die Zukunft. Sie ist sich sicher: „Ich erwarte manche, auch kontroverse Diskussion. Ich gehe aber davon aus, dass wir die gestellten Aufgaben gemeinsam lösen können mit Gottes Hilfe und um Gottes und seiner Gemeinde Willen.“

Propst Helmut Wöllenstein, der die Region noch aus seiner Tätigkeit als Kurseelsorger in Bad Wildungen kennt, pflichtet der Dekanin bei. „Wir gehen in der Kirche neue Wege. Kirche ändert sich, aber alle können mitgestalten und auch in Zukunft eigene Schwerpunkte setzen“, so Wöllenstein. Eine Veränderung sei nötig, um auch in Zukunft noch für die Menschen vor Ort da zu sein. „Es gibt kein Rezept, wie es auf jeden Fall gelingt. Aber wichtig ist: Wir müssen damit anfangen.“ (r)

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