Wie schwer es fällt, den Wellener Dorfladen zu erhalten

Tante Emma unterwegs in der Einbahnstraße

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Die Zukunft des Wellener Dorfladens ist ungewiss.

„Ich möchte 30 Brötchen.“ Eigentlich müsste sich Martina Briele freuen, wenn eine Kundin mit so einem Wunsch in den kleinen Wellener Dorfladen hereinschneit.

So ein Kauf steigert schließlich den Umsatz auf der Mini-Fläche, die nicht größer ist als manch gute Stube mit angeschlossener Wohnküche in dem Edertaler 600-Seelen-Ort. Wie gesagt: Eigentlich müsste sich die Ladeninhaberin freuen, doch falls die Brötchen nicht vorbestellt sind, sondern Gegenstand eines Spontankaufs, kommt sie in die Bredouille, denn der nächste Käufer schaut vielleicht in die Röhre. Womöglich trifft´s ausgerechnet einen aus der überschaubaren Zahl der guten Stammkunden, der verärgert von dannen zieht. „Die Schwankungen im täglichen Geschäft machen es uns sehr schwer“, sagt Martina Briele. Backwaren stehen exemplarisch für dieses Dilemma. Viele Kunden beurteilen das kleine Lädchen offenbar nach denselben Maßstäben, die sie an einen Tausende Quadratmeter großen Supermarkt der großen Ketten anlegen. Martina Briele und ihr Mann Withold investieren viel Zeit, während viele Kunden das Geschäft in der Praxis allenfalls als Lückenbüßer nutzen, wenn man eine Flasche Sahne beim Großeinkauf vergessen hat: ein Gefühl wie bei Tante Emma in der Einbahnstraße.l Niemand weiß daher, ob und wie es mit dem Wellener Dorfladen im nächsten weitergeht. (su)

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