Geheimnis liegt im Unterbau

Tanzende Bank am Wegesrand in Mehlen

Hier sitzt Bewegung drin: die ganz spezielle Ruhebank an einem Feldweg in der Mehlener Gemarkung. Foto: Schuldt

Im Mehlen unweit der Eder findet sich ein sehr ungewöhnliches Sitzmöbel, das zu einer Rast einlädt.

Mehlen – Sonnige Tage stehen nach der für Natur und Garten wohltuenden Regenpause wieder bevor. Wer sich angesichts dessen in den Fahrradsattel schwingt oder Schusters Rappen sattelt, für den oder die lohnt es sich, in der Mehlener Gemarkung die Augen offen zu halten nach einem besonderen Ort für den kleinen Zwischenstopp: einer sehr speziellen, patentverdächtigen Ruhebank, die sich bei flüchtigem Hinsehen nicht von ihren vielen Schwestern in und um Mehlen unterscheidet.

Dunkelbraun gestrichen wurde das Holz von Sitzfläche und Lehne. An einem Feldweg steht die Bank, von Wiesen und Äckerflächen umgeben.

Der Aha-Effekt mit klitzekleinem Schreckmoment stellt sich beim Hinsetzen ein. Denn die Bank schwingt plötzlich zurück und vor, wie ein Schaukelstuhl.

Des Pudels Kern offenbart sich dem Gast beim Blick unter die Sitzfläche. Wo man Holz-, Beton- oder starre Metallfüße erwartet, glänzen einem statt dessen zwei silbrige, biegsame Spiralfedern entgegen von beachtlichem Rohrdurchmesser. So etwas kennen Eltern und Großeltern von Schaukelpferden auf Kinderspielplätzen, allerdings in zarterer Form. Für Jung und Älter bietet dieses ungewöhnliche Sitzmöbel gleichermaßen Spaß. 

Die Idee dazu hatte der Mehlener Gerd Nebel: „Es handelt sich um ausgediente Stahlfedern von großen Rüttelplatten“, verrät er. Sie stammen aus der Kiesverarbeitung, in der Nebel beruflich tätig ist.

„Für uns privat habe ich zwei Vorgängermodelle der Bank gebaut“, erzählt er. Gerne würde der findige Kopf bei der „Interessengemeinschaft Mehlen“ (IGM) mitmachen. Die Freiwilligen-Gruppe engagiert sich vielfältig im und fürs Dorf nach dem Vorbild der „DoDo“-Truppe aus dem Nachbarort Affoldern oder den „Alten Schleifsteinhasen“ in Wellen. „Leider habe ich aus beruflichen Gründen Probleme, die Termine wahrzunehmen“, erklärt Nebel: „Darum schlug ich der IGM vor, so eine Bank fürs Dorf zu bauen.“ Die IGM um Friedhelm Jäger nahm den Vorschlag in Absprache mit dem Ortsbeirat um Ute Tönges gerne an. „Eine tolle Idee“, bestätigt die Ortsvorsteherin.

So nennt das Dorf diesen Geheimtipp für eine kleine Rast am Wegesrand sein eigen. Wo die Bank steht, verraten wir an dieser Stelle nicht, nur so viel: Es empfiehlt sich, die gut erreichbaren Seitenstrecken des Ederauen-Radweges zu erkunden.

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