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Angler fängt Riesenwels am Edersee - und erfüllt sich damit einen Traum

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Von: Matthias Schuldt

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Vor rund sieben Wochen biss er bei Asel-Süd bei einem Angler aus Gudensberg an. Der Angler möchte anonym bleiben.

Edersee - Der Riesenwels vom Edersee hat nicht am Rehbach angebissen, sondern in Asel-Süd nahe dem Campingplatz. Das berichtet der Angelfischer aus Gudensberg, dem mit einem Freund der Coup gelang. Im Gespräch am Telefon, ermöglicht durch einen Hinweis aus der Leserschaft, fügt er hinzu, dass der Fang bereits vor sieben Wochen glückt, als der See noch viel mehr Wasser führte. „Wir haben lange überlegt, ob wir überhaupt bei WhatsApp oder an anderer Stelle ein Bild posten“, sagt der Mann, der als Neunjähriger vor drei Jahrzehnten mit dem Angeln begann.

Namentlich möchte er nicht genannt werden und auch nicht selbst im Bild öffentlich erscheinen aus demselben Grund, aus dem sein Freund und er so spät ihren Erfolg mit anderen geteilt haben: „Der Druck auf den Edersee als Angelgewässer ist ohnehin groß genug.“ Darum erteilte er auch dem Fernsehen, das anfragte, eine Absage. Nach dem Posting auf WhatsApp habe der Riesenwels zwar schon die Runde gedreht, aber richtig angewachsen sei das Interesse nach dem Bericht in der Heimatzeitung von vor wenigen Tagen.

Kapitaler Flusswels: vor rund sieben Wochen biss er bei Asel-Süd bei einem Angler aus Gudensberg an. Auf eigenen Wunsch haben wir sein Gesicht unkenntlich gemacht.
Kapitaler Flusswels: vor rund sieben Wochen biss er bei Asel-Süd bei einem Angler aus Gudensberg an. Auf eigenen Wunsch haben wir sein Gesicht unkenntlich gemacht. © Foto: pr

Riesenwels vom Edersee: Großer Traum geht für Angler in Erfüllung

„Ich habe schon kapitale Fische anderer Arten geangelt, aber mal so einen Wels zu fangen, hätte ich mir nicht träumen lassen. Das passiert wahrscheinlich nur einmal im Leben“, meint der Gudensberger. Bis vor zwei Jahren angelte er ausschließlich vom Ufer aus. Dann erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch und kaufte sich ein Boot, um den Fischen vom See aus nachzustellen.

An jenem Abend vor sieben Wochen waren sein Freund und er in zwei Booten unterwegs. Sie gingen bewusst auf Welse, „mit einem 250-Gramm-Gewicht“ und entsprechend passender, restlicher Ausstattung, verrät der 39-Jährige. Die beiden benutzten außerdem ein so genanntes „Wallerholz“, speziell gebogen und geformt, das der Angelfischer aufs Wasser schlägt.

Riesenwels vom Edersee: Angler rief Freund zu Hilfe

Damit ahmt der Mensch Geräusche nach, die verletzte Wasservögel oder verendende Fische an der Wasseroberfläche erzeugen, Lieblingsbeuten der Welse, die sie nach oben locken, wo sie im Idealfall den Köder auf dem Angelhaken schnappen. Genau das passierte nach Sonnenuntergang bei Asel. Das Ringen mit dem Tier begann. „Ich rief sofort meinen Freund zu Hilfe“, erzählt der 39-Jährige – und es dauerte fast eine Stunde, bis der mächtige Flusswels erstmals an der Oberfläche erschien. „Ach du Sch...“, entfuhr es dem Freund bei dem Anblick, erinnert sich der erfolgreiche Angler aus Gudensberg mit einem Lachen.

In gemeinsamer Kraftanstrengung bugsierten die beiden den Riesenwaller in seichteres Wasser, um ihn zu messen und zu fotografieren. Der Freund versuchte, den Fisch vorne anzuheben, doch er war zu schwer. „90 bis 100 Kilogramm wird er gewogen haben“, schätzt der Gudensberger, der den Edersee kennt wie seine Westentasche. Dann versuchte er es selbst, und dieses Mal am hinteren Ende des Fisches. Dieser war augenscheinlich auch erschöpft, „denn er war ruhig und wand sich nicht.“

Riesenwels vom Edersee: Ein Wels von gemessenen 2,39 Meter Länge

Zwei Fotos wurden geschossen und dann kam das Maßband zum Einsatz. „Ich habe schon öfter Welse gefangen, von 80 Zentimetern bis zu etwa einem Meter Länge. Ein leckerer Speisefisch“, sagt der 39-jährige.

Dieser glitschige Kawenzmann aber brachte es auf gemessene 2,39 Meter. Zum Vergleich: der bislang längste, in Deutschland gefangene Flusswels wies 2,53 Meter auf. Sein Artgenosse vom Edersee gelangte nach der kurzzeitigen Gefangenschaft wieder zurück in sein Revier. Es sollte sehr bald arg zusammenschrumpfen angesichts rasanten Wasserablasses aus dem See. (Matthias Schuldt)

Experten hielten die Meldungen über den Fang von Beginn an für durchaus realistisch.

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