Kirchenradweg an der Eder mit Sternfahrt offiziell eröffnet

Vom Fahrrad aus Kirchen entlang der Eder entdecken

Viele Teilnehmer machten sich bei der Sternfahrt zur Eröffnung des Kirchenradweges auf den Weg nach Affoldern.

Edertal. „Es ist toll, dieses Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung zu sehen, für die sich so viele an einen Tisch gesetzt haben“, sagte Edertals Bürgermeister Klaus Gier am Samstagnachmittag bei der offiziellen Eröffnung der „Kirchen am Eder-Radweg“.

Er wandte sich damit an den gleichnamigen Arbeitskreis. Stellvertretend für das Gremium aus heimischen Pfarrern, Kirchenvorständen und vielen weiteren Aktiven zeigte sich Nina Wetekam (Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck) als Projektkoordinatorin sehr erfreut über die große Resonanz auf die Sternfahrt zum Affolderner Gotteshaus.

„Einzigartiges Radwege-Projekt in Europa“

„Mehr als 200 Teilnehmer; so etwas erlebt man bei organisierten Fahrradtouren in so einem Rahmen selten“, unterstrich sie. Vor den Gästen in der vollen Affolderner Kirche erläuterte sie den Ansatz des Projektes: Durch multimediale Präsentationen an Info-Säulen die Kirchen und mit ihnen die Geschichte der Dörfer den vorbeikommenden Radfahrern näher zu bringen: „Es gibt überhaupt nur zwei weitere Kirchenradwege in Deutschland und dieses multimediale Konzept ist europaweit einzigartig.“

Kirchen für Radfahrer am Tag ständig offen

Wichtigste Voraussetzung: die Bereitschaft der beteiligten Kirchengemeinden und Pfarrer, die Gotteshäuser beständig am Tag offen zu halten. Die Säulen wurden so konzipiert, dass sie möglichst sicher gegen Vandalismus, Manipulation und Diebstahl zur Verfügung stehen. Sie ermöglichen dem Gast einen sehr persönlichen Einblick über eindrucksvolle Bilder wie Luftaufnahmen von den Kirchen und Dörfern oder über eine Videobotschaft des jeweiligen Gemeindepfarrers.

„Jede Kirche erzählt kleine und große Geschichten zu Gottes Lob“, fasste Landrat Dr. Reinhard Kubat seinen Eindruck zusammen. Er freue sich sehr über dieses Projekt, das nur eine Frage aufwerfe: „Wieso kam eigentlich niemand früher darauf?“

Die „Kirchen am Radweg“ verbänden perfekt den Blick in die Vergangenheit mit den Perspektiven für die Zukunft – erst recht am Ziel der Sternfahrt, dem Affolderner Gotteshaus. „Am 17. Mai 1943 wurde es durch die Bombardierung der Sperrmauer zerstört, in deren Folge 47 Menschen starben.“ Die wieder aufgebaute Kirche sei Mahnung, den in Europa nach 1945 errungenen Frieden zu bewahren. Zugleich sei das Projekt „Kirchen am Radweg“ finanziell mit Geld aus europäischen Fördertöpfen unterstützt worden, „in einer Zeit, da so viel auf Europa geschimpft wird.“

Die Besucher in der Kirche bestätigten Kubat mit spontanem, großen Applaus, bevor er gemeinsam mit den übrigen Ehrengästen das obligatorische rote Band an der Kirchentür mit der Schere durchtrennte.

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