Konzept im Frühjahr erwartet

Im Sommer weniger ablassen: Wassersparmodell für den Edersee wird geprüft

Weiter Weg zum Wasser: Dieser Bereich unterhalb der Liegewiese auf Scheid ist in dieser Jahreszeit normalerweise trockenen Fußes nicht zu erreichen; im Hintergrund Krananlage und Anlegestellen in Rehbach.
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Weiter Weg zum Wasser: Dieser Bereich unterhalb der Liegewiese auf Scheid ist in dieser Jahreszeit normalerweise trockenen Fußes nicht zu erreichen; im Hintergrund Krananlage und Anlegestellen in Rehbach.

Im Sommer Wasser sparen für eine längere Saison am Edersee und mehr Planungssicherheit für Oberweser - dieser Vorschlag wird aktuell von Wasser- und Schifffahrtsbehörde und Regierungspräsidium geprüft.

  • Ein neues Wassersparmodell für die Zeit der Hochsaison am Edersee wird aktuell von Wasser- und Schifffahrtsbehörde und Regierungspräsidium geprüft.
  • Das Konzept der Behörden wird im Frühjahr 2021 erwartet.
  • Das Sparmodell könnte zu einer längeren Saison am Edersee und mehr Planungssicherheit für den Schiffverkehr auf der Oberweser führen.

Edersee - Der Vorschlag einer Schleuse zum Aufstauen der Oberweser heizt die Diskussionen um einen volleren Edersee an. Noch schneller als der Bau einer Staustufe könnte ein Wassersparmodell für die Hochsaison helfen. Diese Idee des Regionalverbands Eder-Diemel wird derzeit geprüft. Noch im Frühjahr wird ein Konzept erwartet, das die Anrainer an Eder und Oberweser gleichermaßen berücksichtigt.

Viel Geduld bis zum Bau einer Staustufe nötig

In einer Pressemitteilung begrüßen die heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Armin Schwarz und Claudia Ravensburg den Vorschlag von MdB Mathias Nölke (FDP) zum Bau einer Schleuse. Weil das allerdings nicht kurzfristig zu realisieren ist, machen sich die CDU-Politiker für eine gedrosselte Wasserabgabe im Sommer stark.

Die Idee einer Staustufe – an der Fulda schon lange realisiert – sei prüfenswert. „Wer die Umsetzungsdauer von Infrastrukturvorhaben in dieser Größenordnung mit erheblichen Eingriffen in die Natur kennt, weiß genau, dass eine solche Lösung mindestens zehn bis fünfzehn Jahre bis zur Umsetzung bräuchte“, argumentieren Schwarz und Ravensburg. „So lange können wir keinesfalls warten!“

Eder-Stausee nur knapp zur Hälfte gefüllt

Der Wasserpegel ist aktuell noch weit vom Normalstand entfernt, der Stausee erst knapp zur Hälfte gefüllt. „Noch nie war der Edersee im Januar so leer wie in diesem Jahr“, stellen die Landtagsabgeordneten fest. Dies gebe Anlass zur Sorge, „denn der Edersee muss unbedingt Ende April mit vollem See in die Sommersaison starten“. Bereits die letzten drei trockenen Jahre verkürzten die Saison erheblich.

Mit Wirtschaftspolitikern in der Landtagsfraktion und dem Regionalverband Eder-Diemel sei daher über deren Vorschlag diskutiert worden, die Wasserabgabe in der Hochsaison für vier Wochen zu reduzieren, um die Saison am Edersee über die Sommerferien sicherzustellen.

Vorteile an Edersee und Oberweser

Zudem würde gleichzeitig der Fährbetrieb auf der Oberweser sichergestellt. Die Kiestransporte hätten Einschränkungen im Juli, dafür aber eine Saisonverlängerung im September. Der Wasserstand in Bad Karlshafen könnte im gesamten Sommer sichergestellt werden. Es gäbe lediglich Einschränkungen für das Ausflugsschiff Hann. Münden Richtung Kassel, erläutern die Unionspolitiker.

In einer Videokonferenz mit dem Präsidenten der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Bonn, Professor Dr. Hans-Heinrich Witte, dem Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden, Henning Buchholz, und dem Kasseler Regierungspräsidenten Hermann-Josef Klüber wurde über eine kurzfristige Hilfe diskutiert.

Modellberechnung im Frühjahr vorlegen

Vor dem Hintergrund der Zweckbestimmung des Edersees – nämlich Niedrigwasser-Aufhebung an der Oberweser, Hochwasserschutz und Energiegewinnung – die es zu erfüllen gelte, „muss es gelingen, auch die touristischen Interessen des Edersees zu bedenken“, so die Abgeordneten. Sie begrüßen die Zusage, dass Regierungspräsidium und Wasser- und Schifffahrtsbehörde das Konzept und eine Modellberechnung noch im Frühjahr vorlegen wollen.

„Ein solches Modell könnte eine richtig gute Lösung sein, um die Interessen der Edersee-Anrainer, aber auch der Anrainer an der Oberweser gleichermaßen zu berücksichtigen“, zeigen sich Ravensburg und Schwarz zuversichtlich. „Eines ist klar: Je früher der See leer ist, desto früher ist auch eine planbare Schifffahrt auf der Oberweser nicht mehr möglich.“  

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