Nationalpark Kellerwald-Edersee startet in die Saison - Ranger im Porträt

Saisonstart beim „Boggel-Ranger“

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Uwe Liehr ist Ranger mit Leidenschaft. 

Die Vögel zwitschern, und das erste Grün sprießtan Bäumen und Sträuchern. Der Frühling hältlangsam Einzug im Waldecker Land. Und die Ranger im Nationalpark Kellerwald-Edersee freuen sich schon auf die Begegnungen mit den Naturfans. Wie Uwe Liehr, der seinen Job liebt.

Bald grünt und blüht es im Reich der urigen Buchen, und viele Gäste oder Einheimische werden wieder in den Wald kommen, um Natur und Artenvielfalt neu zu entdecken. Besonders gut geht das in Begleitung eines echten Fachmanns. Ranger Uwe Liehr und seine Kollegen sind gut vorbereitet auf die kommenden Monate.

Aus der Not eine Passion

„Ich kann mir echt keinen schöneren Beruf vorstellen“ schwärmt der 59-Jährige und weiß genau, wovon er spricht. Durch eine Allergie musste er nach 13 Jahren als Krankenpfleger seinen Beruf wechseln. Er wurde Forstwirt und arbeitete 18 Jahre als Waldarbeiter im Vogelsberg, bevor er durch eine Stellenanzeige zum Ranger seine wahre Berufung fand.

Uwe Lier in Aktion. Der Ranger erklärt das Leben in Fließgewässern und weckt damit die Lust auf Natur. 

Liehr absolvierte die notwendige Zusatzausbildung zum Natur- und Landschaftspfleger und gab Heimatort, Hobby und soziales Umfeld für das Rangerleben auf. „Das ist jetzt elf Jahre her, und ich habe es noch keine Sekunde bereut“, so der ambitionierte Waldpädagoge. Er liebt es, den großen und kleinen Besuchern die Einmaligkeit des Kellerwaldes zu zeigen und mit dem „Boggel“ den Blick für die Natur und ihre Geheimnisse zu schärfen. „Dann wird viel genauer geschaut“, schmunzelt er und ist stolz, wenn die zahlreichen Schul- und Kindergartenkinder mit ihrem „Ranger Uwe“ die kleinen und großen Schätze der Natur entdecken. „Solange es meine Knie mitmachen, auf Augenhöhe“, verrät er das Geheimnis seiner erfolgreichen Nachwuchsarbeit.

Aus der Idee, Kindern die Natur näher zu bringen, erwuchs das Schulkinder-Projekt für Kindergärten, an dem aktuell 13 Kindergärten mit über 60 festen Terminen im Jahr teilnehmen. „Vielleicht wird davon einer Ranger“, hofft Liehr ein wenig und wünscht sich, dass seine Begeisterung für die Flora und Fauna im Kellerwald auf die Kleinen überspringt. Aber natürlich gehört auch die Betreuung von älteren und „spezielleren“ Besuchern zum täglichen Alltag im Rangerleben.

„Egal, ob Begegnungen in den zahlreichen Nationalparkeinrichtungen wie beispielsweise Kellerwalduhr, Wildtierpark oder Buchenhaus, bei der gemeinsamen Wanderung oder auf Kontrollgängen – immer gilt es, sich auf neue Menschen mit unterschiedlichen Erwartungen und Ansprüchen einzustellen“, erklärt der jetzt in Braunau wohnende Liehr seinen Alltag und den seiner Kollegen. „Für die Sicherheit unserer Besucher sind wir alle Hilfspolizeibeamten, arbeiten jedes zweite Wochenende und versuchen mit Rat und Tat zur Stelle zu sein und alle Fragen zu beantworten.“

Egal, ob es sich um trinkfreudige Männerrunden, Lehramtsstudentinnen in Hotpants oder „allwissende Möchtegernexperten“ handelt – immer sei es dem begeisterten Ranger wichtig, authentisch zu sein und die Situation bestmöglich zu meistern.

Wie gut ihm das gelingt und mit wieviel Freude ihm sein Rangerleben erfüllt, kann jeder Besucher erleben, zum Beispiel bei der Morgentautour durch den erwachenden Nationalpark, bei der Familientour oder einer anderen Veranstaltung in den kommenden Monaten. „Vielleicht verstehen sie dann, warum es für mich ein Privileg ist, Ranger im Nationalpark Kellerwald zu sein“, betont der begeisterte „Boggel-Ranger“. /Tina Fischer

Info zu Ranger-Touren

Tel. 05621 752490

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