50 Mitarbeiter im Ausstand

Warnstreik bei Kraftwerksbetreiber Uniper in Hemfurth/Edersee 

Von 6 bis 22 Uhr ruhte der Betrieb: Auch rund 50 Mitarbeiter am Uniper-Standort in Hemfurth/Edersee legten gestern die Arbeit nieder, um ihre Forderungen für die nächste Verhandlungsrunde durchzusetzen, die heute in Düsseldorf stattfindet. Foto: Conny Höhne

Edertal-Hemfurth/Edersee – Die rund 50 Mitarbeiter am Uniper-Kraftwerk in Hemfurth legten am Mittwoch, 16. Januar,  mit Beginn der Frühschicht ab 6 Uhr ihre Arbeit nieder. Streikende: 22 Uhr.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie riefen alle Tarifbeschäftigten in den Unternehmen der Uniper-Tarifgemeinschaft zu Warnstreiks auf.

Einer Protestkundgebung am Dienstag vor der Zentrale in Düsseldorf folgten am Mittwoch Warnstreiks in allen Uniper-Kraftwerken. Bundesweit wurde beim Tarifkonflikt des Kraftwerksbetreibers nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Olaf Schüssler mit 5000 Streikenden an rund 20 Standorten gerechnet. 

Bei dem Protest vor den Werkstoren in Hemfurth wurden die Uniper-Mitarbeiter unterstützt von fünf Kollegen aus dem bayerischen Standort Langenprozelten.

Mit dem Streik sollen die Forderungen für die aktuelle Tarifrunde durchgesetzt werden. Das sind 6,8 Prozent mehr Lohn sowie eine Erhöhung der Auszubildendenvergütung um 160 Euro.

Der Grund für den Ausstand: Die Arbeitgeber hatten in der zweiten Verhandlungsrunde im Dezember lediglich eine Erhöhung der Löhne in zwei Stufen um 1,8 Prozent und ab 2020 um 2,2 Prozent bei einer Gesamtlaufzeit von 25 Monaten angeboten. 

Uniper gehört zu den größten deutschen Stromproduzenten

Darüber hinaus soll die erste Erhöhung um 1,8 Prozent statt ab 1. Januar erst ab dem 1. Mai 2019 gelten. „Dieses Angebot ist unzumutbar“, befand Gewerkschaftssekretär Schüssler beim Warnstreik vor dem Edertaler Unternehmgensgelände.

Die rege Beteiligung an der Streikaktion im gesamten Bundesgebiet wertet Martin Geilhorn als Mitglied der Verhandlungskommission als starkes Signal für die heute in Düsselsdorf stattfindende dritte Verhandlungsrunde. „Wir hängen gegenüber Mitbewerbern bei der Vergütung weit hinterher“, betonte er gegenüber unserer Zeitung. „Im Branchenvergleich der Energieversorger landen wir auf den hintersten Plätzen.“

Laut Geilhorn handelte es sich um den ersten Warnstreik am jungen Uniper-Konzern und darüber hinaus um den ersten Ausstand an deutschen Kraftwerken. Die Versorgungssicherheit für Stromkunden sei aber nicht in Gefahr. Auch eine Notdienst-Vereinbarung sei geschlossen worden, ergänzte Olaf Schüssler.

Uniper gehört zu den größten deutschen Stromproduzenten und betreibt bundesweit Kohle-, Gas- und Wasserkraftwerke.

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