Stausee muss an der Weser 1,24 statt 1,22 Meter Wasserstand stützen

Füllstand am Edersee reicht keinesfalls für Vollstau zum 1. Mai

Edersee – Scharen von Besuchern zog es am Osterwochenende an den Edersee. Bei Sonnenschein waren Plätze, Wege und See gut gefüllt. Doch wie lange bleibt die Talsperre noch voll? 

Einen vollen See mit Segelbooten im Sonnenschein sehen genießen die meisten Besucher am liebsten. Die Kombination aus Bergen und Wasser macht den Reiz aus. Für am Wassersport Interessierte gab es  an Ostern etwas Neues in der Bringhäuser Bucht zu entdecken. Windsurfer Michel Gutbier (15, Bringhausen) glitt mitsamt seinem Board mühelos und wie schwebend übers Wasser. Foiling heißt der neue Trend, der seit etwa drei Jahren Einzug in den Windsurfsport hält.

Dabei heben sich die mit Unterwasser-Tragflügeln ausgestatteten Brettern schon bei wenig Wind komplett aus dem Wasser und ermöglichen deutlich höhere Geschwindigkeiten als Boards, die mit herkömmlichen Finnen ausgestattet sind. Das Prinzip der Tragflügelboote lässt grüßen.

Allerdings würde sich mancher am Edersee wohl wünschen, dass nicht nur Weiterentwicklungen für sparsamen Wind, sondern auch für sehr niedrige Pegelstände auf den Markt kämen. Denn den Beobachtern der Wasserbewirtschaftung schwant angesichts der Kurven in den vergangenen Wochen nichts Gutes für die gerade erste begonnene Saison.

Weser muss bereits jetzt vom Edersee gestützt werden

Wegen der ausbleibenden Niederschläge muss die Weser bereits jetzt gestützt werden. Die Kurve der Talsperren-Füllstände nähert sich bis zum nächsten Wochenende, das den 1. Mai einläutet, in rasantem Tempo dem langjährigen Mittel. Weit unterhalb eines möglichen Überlaufs also, während sich die Kurve in den Wintermonaten zumeist 20 bis 30 Millionen Kubikmeter über dem langjährigen Mittel bewegt hatte.

Mittlerweile liegt der Füllstand nach Angaben des WSA rund 7 Millionen Kubikmeter unter dem, was für den Hochwasserschutz in dieser Jahreszeit nötig wäre. 8 Millionen Kubikmeter fehlen bis zum Vollstau, den es damit am 1. Mai nicht geben wird.

Lesen sie auch: Bouffiers Staatskanzlei rudert zurück: Edersee muss auch in Zukunft sehr viel Wasser an die Weser liefern

Neuer angepeilter Pegelstand der Weser bei Hann.Münden: 1,24 Meter

Und das auch noch: Das Amt verweist seit vergangenem Jahr regelmäßig öffentlich darauf, dass nicht der Pegel bei Hann. Münden die entscheidende Größe für das Steuern darstellt, sondern die festgelegte Abflussmenge. Die müsse bei 55 Kubikmetern pro Sekunde liegen. In den letzten Wochen lag sie bei einem Pegel von 1,22 Meter in Hann. Münden nur bei 53 Kubikmetern pro Sekunde. Das ergaben Messungen des Amtes vor wenigen Tagen. Der Schluss: Ab sofort wird in Hann. Münden ein Pegel von 1,23 bis 1,24 angepeilt.

Am Wochenende erhöhte das Wasserstraßen- Schifffahrtsamt in Hann. Münden die Abgabe aus dem Edersee daher auf 15 Kubikmeter pro Sekunde und am Dienstag auf 16 Kubikmeter, um die Weser zu stützen. Die für nächste Woche in Aussicht gestellten Niederschläge entspannen die Lage nur etwas, so scheint es auf Grundlage der Abschätzungen des WSA aktuell.

Im vergangenem Sommer war der Edersee so leer wie seit 15 Jahren nicht mehr und auch der Streit um das Wasser des Edersees hatte sich weiter zugespitzt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare