Gesund durch Corona-Zeiten

Edertal: Zwei Schwestern präsentieren Hörgeschichten für starke Kinder

Geschichten, die die Seele streicheln: Annika Jürgens (links) und Kathrin Ulrich haben die Gefühle und Ängste der Kinder im Fokus.
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Geschichten, die die Seele streicheln: Annika Jürgens (links) und Kathrin Ulrich haben die Gefühle und Ängste der Kinder im Fokus.

Wie kommen unsere Kinder so unbeschadet wie möglich durch die Pandemie? Wie können wir fachliche Unterstützung in jede Familie bringen? – Das waren die zentralen Fragen, die sich die Schwestern und jungen Mütter Annika Jürgens und Kathrin Ulrich im März 2020 gestellt haben. Heraus gekommen sind Hörgeschichten für das Kinderzimmer.

Edertal – Annika Jürgens (33) ist Heilpädagogin und ausgebildet in Emotioneller Erster Hilfe. Sie ist selbsständig in einer eigenen Großtagespflege für Kinder in Hessisch Oldendorf. Kathrin Ulrich (36) ist Physiotherapeutin, Osteopathin und Heilpraktikerin mit einer Praxis in Giflitz. Zusammen gezählt haben beide fünf Kinder zwischen drei und sechs Jahren.

Verlustängste und Einschlafstörungen durch Corona

Nach zehn Jahren Praxisbetrieb und Erfahrung mit Kindern und Eltern haben die Schwestern die Ausbildung zur Hypnosetherapeutin absolviert und ein Projekt für Kinder entstehen lassen: Das Zauberohr – Hörgeschichten für Kinder mit therapeutischer Wirkung in digitaler Form.

„Auch ohne Corona war mentale Gesundheit schon ein immer wichtiger werdendes Thema“, sagt Kathrin Ulrich. „Aber seit März 2020 müssen wir feststellen, dass Kinder mit und vor Corona erheblich mehr Ängste, Sorgen und Zweifel entwickelt haben, weil dieses Virus für sie häufig nicht greifbar wird.“ Berührungs- und Verlustängste, aber auch Einschlafstörungen seien entstanden, und der Glaube an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten hätten gelitten.

Geschichten vom Herz, aufs Papier und ins Mikrophon

Ziel der beiden Mütter war es, Kinder ab vier Jahren die Chance zu bieten, sich von innen heraus zu stärken, „mit guten Gedanken und mentalen Rädchen, die wundervoll ineinandergreifen“, erklärt Annika Jürgens. Eltern dürfen mithören oder entspannt einen Kaffee genießen.

Die selbst kreierten Fantasiegeschichten sind aus den häufigsten Problemen entstanden. „Unsere therapeutischen Werkzeuge sind so verpackt, dass sie selbstwirksam jedem Kind in seiner Hauptrolle, die es in unseren Geschichten einnimmt, zu Gute kommen“, berichtet Jürgens. „Jede Geschichte wandert vom Herz aufs Papier und dann ins Mikrofon.“ Damit sich das Kind besonders angesprochen fühlt, lassen sich Geschichten auch personalisieren. Vision sei es, mentale Gesundheit ins Kinderzimmer zu bringen „bis jedes Kind weiß, wie es seine innere Stärke auf Knopfdruck aktivieren kann“.

Blockaden auflösen für Zuversicht und Freude

Es gehe um Gefühle wie Wut, Trauer, Angst, Hilflosigkeit, Sorgen, Selbstzweifel. Mit Hilfe der Hörgeschichten sollen gedankliche Blockaden aufgelöst und Mut, Zuversicht, Freude und positive Glaubenssätze geweckt werden, sagt Ulrich. Spätestens Corona habe uns allen gezeigt, wie wertvoll positive Glaubenssätze seien. Auf der Website www.zauberohr.de stehen Geschichten zum Anhören bereit – zum Runterkommen für Unruhegeister über Vorfreude auf die Einschulung bis hin zur Entspannung mit gestressten Eltern. (Sabine Degenhardt)

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