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Zennerner Bio-Bauernhof setzt auf Hühnerrasse für alle Fälle statt sinnlosen frühen Kükentod

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Till Döring auf dem Hof der Familie in Zennern mit einer der Legehennen auf dem Arm. Die Tiere sind auch Fremden gegenüber zutraulich. © Ulrike Lange-Michael

Fritzlar/Zennern. Familie Döring aus Zennern ist als Beschicker des Fritzlarer Wochenmarktes auch vielen Wildunger und Edertalern ein Begriff, die dort regelmäßig einkaufen. Jung-Landwirt Till Döring setzt bei der Produktion von Eiern auf eine für die industrialisierte Landwirtschaft seltene Hühnerrasse: ein „Zweinutzungshuhn“.

Hennen solcher Rassen sind gut in ihrer Legeleistung. Gleichzeitig erreichen die Hähne binnen 17 Wochen ein Mastgewicht von drei Kilogramm. Die Dörings vermeiden auf diese Weise den sinnlosen Tod ungezählter männlicher Hühnerküken.

Inzwischen scharrt in Zennern die zweite Schar von weißen Hennen der Rasse Les Bleues („Die Blauen“) auf der Wiese rund um den mobilen Stall. Drei Gockel stolzieren zwischen den Hühnern umher, und wer nicht aufpasst, dem flattert eines der zutraulichen Tiere auf die Schulter.

Auffälliges Merkmal der Rasse, die aus dem berühmten französischen Bresse-Huhn gezüchtet wurde, sind die bläulich gefärbten Beine. Die Hennen, die etwas größer sind als die üblichen Hühner, legen um die 240 Eier im Jahr.

Auf den Hof in Zennern kommen die Hühner aus spezialisierten Zuchtbetrieben als Junghennen im Alter von wenigen Wochen. Nach etwa 12 bis 14 Monaten, in denen sie Eier legen, werden sie in eine Bio-Schlachtanlage in Alheim-Niedergude gebracht und anschließend als Suppenhühner angeboten. „Sie haben dann auch ein ordentliches Gewicht von etwa zweieinhalb Kilo“, sagt Götz Döring, Tills Vater – nicht mit den üblichen mageren Hühnern zu vergleichen.

Die Dörings legen Wert darauf, dass die Hühner das Prädikat „Bioland“ besitzen, genauso wie die Eier, die im eigenen und in anderen Hofläden oder in Biomärkten angeboten werden. Neben dem mobilen Stall am Ortseingang von Zennern steht zudem ein Bio-Eier-Automat. Dass die Eier 45 Cent das Stück kosten, liegt laut Till Döring zum einen an der geringeren Zahl der Eier, die das Zweinutzungshuhn legt, zum anderen an der aufwendigen Haltung und dem Bio-Futter, das teils auch aus dem eigenen Betrieb kommt: „Das kostet einfach mehr.“

Was aus den „großen Brüdern“ der Hennen wird, kann man in Dörings Hofladen ebenfalls sehen und erwerben:

Dort stehen Gockel-Wurst und Gockel-Ragout im Glas, die aus dem Hähnchenfleisch hergestellt werden. (ula)

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