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Zwei Schwerverletzte - ein Monat ohne Auto für Raser vom Edersee

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Ein Bild der Zerstörung bot sich am Karfreitag 2021 den rund 80 Feuerwehrleuten und weiteren Einsatzkräften, als sie am Ort des Unfalls eintrafen.
Ein Bild der Zerstörung bot sich am Karfreitag 2021 den rund 80 Feuerwehrleuten und weiteren Einsatzkräften, als sie am Ort des Unfalls eintrafen. © Conny Höhne/Archiv

90 Tagessätze zu je 50 Euro und ein Monat Fahrverbot: Das ist die Strafe für einen Raser, der am Edersee einen Unfall verschuldete.

Edertal/Fritzlar – Ein schwerer Verkehrsunfall am Osterwochenende 2021 auf der Edersee-Randstraße löste dieses gerichtliches Nachspiel aus. Wegen Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung verurteilte das Amtsgericht Fritzlar einen 22-jährigen Mann aus Baunatal zur genannten Strafe. Bei dem Unfall 2021 am Karfreitag, den die Autoposer-Szene auch am Edersee seit Längerem als „Car-Freitag“ missbraucht, waren ein damals 23-jähriger Mann und seine ein Jahr ältere Begleiterin aus Korbach schwer verletzt worden, so wie der Angeklagte selbst. Die Beifahrerin des Baunatalers erlitt einen Schock. Ein Paar in einem Wohnmobil, das ebenfalls in den Crash verwickelt wurde, kam mit dem Schrecken davon.

In der Anklage warf die Staatsanwaltschaft Kassel dem Autofahrer vor, gegen 19 Uhr von einem Parkplatz in seinem Golf mit Vollgas auf die Randstraße gerast zu sein. Auf mehrkurviger Strecke geriet der Wagen wegen überhöhter Geschwindigkeit in den Gegenverkehr.

Mit eigenem Wagen geparktes Auto gerammt und gegen Wohnmobil geschoben

Der heute 22-Jährige prallte mit seinem Golf in einen Mercedes, der hinter einer Kurve auf dem Parkplatz an der Taucherzone II abgestellt war. In dem Daimler saßen nichts ahnend der 23-jährige Mann und die 24-jährige Frau aus Korbach und aßen etwas, als das außer Kontrolle des Fahrers geratene Raser-Auto einschlug. Der Golf drückte den Mercedes durch die Wucht des Zusammenstoßes gegen ein nebenan geparktes Wohnmobil und traf darüber hinaus mit dem eigenen Heck den Camper auch noch direkt. Ein 36-jähriger Mann und eine 33-jährige Frau in diesem Wohnmobil kamen mit dem Schrecken davon.

Den schwer verletzten jungen Mann im zerstörten Mercedes musste die Feuerwehr, die 80 Einsatzkräfte an Ort und Stelle hatte, mit Hilfe einer Rettungsschere befreien. Die damals 24 Jahre alte Frau im Daimler erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Brüche, éine Brustkorb-Prellung und ein Schädel-Hirn-Trauma.

Vor Gericht räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein, wie die Richterin feststellte. Mit dem Strafmaß folgte sie den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung. Nach dem Unfall habe sich der Angeklagte bemüht, mit dem Schwerverletzten von damals Kontakt aufzunehmen. Der Geschädigte habe sich nicht darauf eingelassen. Der Angeklagte beteuerte während der Gerichtsverhandlung, der Unfall tue ihm „sichtbar leid“, und er bedauere, was passiert sei. Allein den materiellen Schaden an den Autos bezifferte die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift auf 40 000 Euro. (Manfred Schaake)

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