Ab 19. Februar kommen die ersten Fichtenstämme

Zwischen Giflitz und Mehlen nasses Holzlager wie nach „Kyrill“

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So sah es im Sommer 2009 auf dem Nassholzlagerplatz bei Giflitz aus.

Giflitz. „Kyrill“, der Supersturm von 2007 lässt grüßen. Hessen-Forst nimmt seinen „Nassholzlagerplatz“ zwischen Giflitz und Mehlen wieder in Betrieb, auch wenn Orkan-Tief „Friederike“ bei weitem nicht so viel Schaden anrichtete, wie der Vorgänger vor zehn Jahren.

„Ab 19. Februar treffen die ersten Fuhren ein“, erklärt Björn Weltecke vom Forstamt Vöhl, der den Platz betreut. Bis in den April hinein liefern Lkw Tausende von Stämmen an, bis die Marke von etwa 60 000 Kubikmetern erreicht ist. Jeder Lastwagen transportiert rund 25 Kubikmeter, so dass sich das Edertal in dieser Zeitspanne auf den Verkehr von zusätzlich 2400 Lastzügen einstellen muss. Außerdem gilt zwischen Giflitz und Mehlen wieder eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der B 485 in Höhe der Ein- und Ausfahrt.

Unter Einsatz einer Beregnungsanlage wird das Holz unter freiem Himmel für eine spätere Vermarktung gelagert. „Je nach Entwicklung des Holzmarktes sollte der Platz nach spätestens zwei Jahren wieder frei geräumt sein“, ergänzt Weltecke.

Holz nur von den Nachbarn

Allerdings stammt die Ware nicht aus den Revieren des Forstamtes Vöhl, sagt dessen Leiter Dr. Gero Hütte von Essen. „Friederike“ habe im Zuständigkeitsbereich des Amtes rund 60 000 Kubikmeter Fichte „geworfen“, wie es im Fachjargon heiße: „Zum Vergleich: Wir ernten jährlich planmäßig zwischen 80 000 und 90 000 Kubikmetern.“

Das Forstamt Vöhl könne „Friederikes“ Zusatzbeitrag sofort problemlos verkaufen, weil die Nachfrage groß genug sei. Der Nassholzlagerplatz werde daher aus dem Windwurf benachbarter Forstämter bestückt, erläutert Hütte von Essen. Die zweite Besonderheit: Die Fichtenholzstämme für den Platz stammen nur aus dem Staatswald, also Forstgebieten, die dem Land Hessen gehören. „Damit entlastet Hessen-Forst die Kommunen, denn diese können den Windwurf aus ihrem Besitz direkt verkaufen, ohne dass ein zu großes Angebot auf die Preise drückt“, erläutert der Vöhler Forstamtsleiter. Sinnvoll sei es allerdings, aus diesen Einnahmen Rückstellungen zu bilden, um Aufforstung und Wegebau zu finanzieren. Auf dem sehr nassen Boden dieses Winters hinterlassen die schweren Transportfahrzeuge noch tiefere Spuren als sonst.

Mit der Geste, zu Gunsten der Kommunen auf den sofortigen Verkauf des landeseigenen Holzes zu verzichten, setzt Hessen-Forst zugleich ein Signal: Vielleicht lohnt es sich auf lange Sicht für die Städte und Gemeinden doch mehr, ihre Wälder durch Hessen-Forst bewirtschaften zu lassen, statt den Auftrag an die preisgünstigere Privatkonkurrenz zu vergeben.

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