Bei näherer Betrachtung der neuen Tempo-70-Regelung auf nur einer Fahrspur offenbart sich vollendetes Wirr-Warr

Zwischen Wellen und Wega gilt ein Verkehrsrechts-Allerlei

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Die Straßenverkehrsbehörde hat hinter der Ein- und Ausfahrt auf den Ederauenradweg-Parkplatz kein 70er Schild mehr aufgestellt. Deshalb gelten ab hier für unterschiedliche Verkehrsteilnehmer de facto unterschiedliche Rechtsvorschriften.

Edertal/Bad Wildungen. Die neue Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen Wega und Wellen, die nur in diese eine Fahrtrichtung 70 km/h anordnet und in Gegenrichtung weiterhin 100 Stundenkilometer gestattet, offenbart Otto Normalverbraucher bei näherem Hinsehen ein Verkehrsrechts-Wirrwarr. Grund dafür ist, dass die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises ein einziges 70er-Schild kurz hinter dem Ortsausgang Wega gen Wellen vor der Flussbrücke installiert hat.

Hinter der Flussbrücke rechts liegt aber der gerade von Ortsfremden häufig genutzte Wanderparkplatz für den Ederauen-Radweg. Ein Gedankenexperiment verdeutlicht die Folgen dieses Umstands: Wer etwa als Kasselaner oder Korbacher von Wellen aus (Tempo 100 erlaubt) auf diesen Parkplatz fährt, muss nicht wissen, dass bei der Rückfahrt in Richtung Wellen 70 km/h Höchstgeschwindigkeit einzuhalten sind. Er kann das Schild nicht sehen. Daraus folgt: Er muss sich nicht daran halten und darf für einen Verstoß nicht belangt werden. Das bestätigt auf Anfrage der Wildunger Ordnungsamtsleiter Martin Segeler, dessen Behörde in Wildungen, Edertal und Fritzlar Radarkontrollen durchführt.

Mehr in der WLZ vom 1.11.2016

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