Erweiterung am Donnerstag offiziell verkündet

Fläche des Nationalparks Kellerwald-Edersee um ein Drittel gewachsen

Nationalparkleiter Manfred Bauer und Umweltministerin Priska Hinzan der „Waldecker Kanzel“ mit (hinten von links) Klaus Gier, Dr. Reinhard Kubat. Jürgen Vollbracht, Karsten Kalhöfer und den heimischen Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Daniela Sommer.
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Erweiterung vollbracht: Nationalparkleiter Manfred Bauer und Umweltministerin Priska Hinzan der „Waldecker Kanzel“ mit (hinten von links) Klaus Gier, Dr. Reinhard Kubat. Jürgen Vollbracht, Karsten Kalhöfer und den heimischen Landtagsabgeordneten Claudia Ravensburg und Daniela Sommer.

„Heute vergrößert Hessens einziger Nationalpark seine Fläche um ein Drittel“, verkündete Umweltministerin Priska Hinz am Donnerstagnachmittag von der „Waldecker Kanzel“ aus, einem der schönsten Aussichtspunkte über dem Edersee.

  • Hessens Umweltministerin Priska Hinz hat die Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee am Donnerstag offiziell für vollzogen erklärt
  • Die Fläche des Nationalparks Kellerwald-Edersee vergrößert sich um 1950 Hektar auf insgesamt 7688 Hektar, was rund einem Drittel an Zuwachs entspricht
  • Die Erweiterungsgebiete des Nationalparks ziehen sich entlang des Nordufers des Edersees

Edersee – Die beliebte Anlaufstelle für Wandergruppen und Fotografie-Begeisterte, gelegen am Urwald-Erlebnissteig am Edersee, zählt zu den 1950 Hektar Fläche, um die der Nationalpark Kellerwald-Edersee erweitert ist – auf insgesamt 7688 Hektar.

Knorrige Buchen und Eichen im Rücken, blickt der Wanderer von der Kanzel aus auf das Waldecker Becken des Edersees und das Schloss Waldeck. Diese Kombination aus Natur und Tourismus trieb die Landesregierung bei ihrem Vorstoß zur Vergrößerung Nationalparks Kellerwald-Edersee an, erläuterte Hinz.

„Ferienregion Edersee lebt mit und vom Nationalpark Kellerwald-Edersee“

„Die Region lebt mit und vom Nationalpark. Wir wollen den Tourismus durch die Erweiterung stärken und nicht behindern“, unterstrich die Ministerin.

Landrat Dr. Reinhard Kubat verwies auf das vorbildliche Verfahren, das die Verantwortlichen im Ministerium, bei Hessen-Forst und in der Nationalparkverwaltung gewählt hätten: „Ein Meisterstück.“

Land Hessen und Erlebnisregion Edersee erarbeiteten Nationalparkerweiterung schnell und einvernehmlich

Denn im Gegensatz zur seinerzeit heftig umkämpften Ausweisung des Nationalparks Kellerwald-Edersee habe es dieses Mal ein echtes Miteinander von Land und Region beim Abstecken der Gebietskulisse gegeben. „Sie haben Wort gehalten“, bescheinigte Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht der Ministerin und war sich darin mit seinen Amtskollegen Klaus Gier (Edertal) und Karsten Kalhöfer (Vöhl) einig. Den Grundstein legten vier Sitzungen einer großen Arbeitsgruppe, in der das Land mit seinen vielen Ebenen und die Körperschaften und Interessengruppen der Erlebnisregion Edersee vertreten waren.

„Landwirte, Jäger, Naturschützer, Grundstückseigentümer, Kommunen. Alle zogen mit, und so kamen wir schnell zum Ergebnis“, zog Priska Hinz zufrieden Bilanz.

Geringe Änderungen am Entwurf von 2019 zur Nationalparkerweiterung

Der Sommer 2020 war für die Erweiterung angepeilt. Angesichts von Corona eine Punktlandung, meinte Kubat. Der Feinschliff wartet noch: ein Gebietsringtausch zwischen Stadt Waldeck, Domanium und Hessen-Forst oder der Wegeplan etwa. Hinz: „Aber der wichtigste Schritt ist getan.“

Im November vorigen Jahres stellte Umweltministerin Priska Hinz in der Wildunger Wandelhalle den Entwurf für die Nationalparkerweiterung vor. Dann berieten alle Beteiligten noch einmal darüber und es kam zu einigen Änderungen, die sich allerdings auf das Gesamtprojekt kaum spürbar auswirkten. Das erläutert Achim Frede, wissenschaftlicher Leiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Hutebuchen unterhalb von Schloss Waldeck künftig auch im Nationalpark

Einige Privateigentümer an der Straße hinauf nach Schloss Waldeck wollten ihre kleineren Waldflächen behalten und so wurden diese aus der Gebietskulisse heraus genommen. Andererseits schlug man eine Fläche mit Hutebuchen an dieser Straße auf Wunsch der Stadt Waldeck zusätzlich dem Nationalpark zu.

„Diese und ähnliche, kleinere Änderungen fallen aber nicht ins Gewicht“, unterstreicht Frede. Entscheidender sei, dass hochwertige Naturflächen, die schon länger unter Schutz stehen, jetzt dem Nationalpark Kellerwald-Edersee angehören: die Kahle Haardt etwa oder die Hünselburg. Und der Urwald-Erlebnissteig, der seine Reize dem Nationalpark und dessen Charakter verdankt, verläuft endlich komplett im Großschutzgebiet.

Der auf 7688 Hektar erweiterte Nationalpark: Schraffiert sind die neuen Flächen.

Priska Hinz erinnerte an der Waldecker Kanzel an die Vorgeschichte der Erweiterung: das Naturschutzgroßprojekt, das wertvolle Naturräume unter Schutz stellte und zugleich in Wert setzte für den Tourismus. „Nach dem Abschluss des Projektes fragten wir uns, wie es weitergehen solle“, erklärte die Ministerin. So sei die Idee der Erweiterung des Nationalparks entstanden.

Bürgermeister am Edersee setzen auf noch größere Zugkraft des erweiterten Nationalparks

Die hinzugekommenen Gebiete seien auch vorher schon streng geschützt gewesen, erinnerte Edertals Bürgermeister Klaus Gier: „Der Inhalt ist geblieben, aber das Prädikat Nationalpark hinzu gekommen.“ Gemeinsam mit seinen Bürgermeisterkollegen Jürgen Vollbracht aus Waldeck und Karsten Kalhöfer aus Vöhl setzt er darauf, dass der vergrößerte Nationalpark Kellerwald-Edersee noch mehr Gäste in die Region zieht und besonders solche, die sich für längere Zeit zum Wandern oder Radfahren hier aufhalten möchten. (Matthias Schuldt)

Die Erweiterungspläne waren schon 2019 positiv aufgenommen worden.

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