Salzdepots gefüllt

Straßenmeistereien in Nordhessen für Winterdienst gerüstet

Einsatz bei Schnee und Eis: Hessen Mobil ist für den Winterdienst gerüstet. Unser Bild zeigt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei Bad Arolsen im vorigen Winter. Bei extremem Frost musste die Front mehrfach enteist werden.
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Einsatz bei Schnee und Eis: Hessen Mobil ist für den Winterdienst gerüstet. Unser Bild zeigt ein Fahrzeug der Straßenmeisterei Bad Arolsen im vorigen Winter. Bei extremem Frost musste die Front mehrfach enteist werden.

Die elf Straßenmeistereien von Hessen Mobil zwischen dem waldeckischen Upland und der Oberweser bei Karlshafen sind für den Winterdienst gerüstet.

Waldeck-Frankenberg – „Wenn der Winter kommt, dann steppt hier der Bär“, sagt Stephan Brühne, Dezernent Betrieb und Verkehr Nordhessen bei Hessen Mobil, zum Einsatz der Straßenmeistereien in den Landkreisen Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg. Als gebürtiger Waldecker ist der in Bad Arolsen-Wetterburg lebende Dezernatsleiter mit den winterlichen Verhältnissen am Rande des Sauerlandes vertraut.

So viel Salz verbraucht

Von den im vorigen, strengen Winter hessenweit verbrauchten 113 000 Tonnen Streusalz mussten in Nordhessen allein 26 000 Tonnen durch die Streufahrzeuge auf die Straßen gebracht werden.

Für den Winterdienst gerüstet: Blick in die Straßenmeisterei Bad Arolsen.

In den dortigen elf Straßenmeistereien sind die Depots normalerweise mit 22 000 Tonnen gefüllt. Doch durch Rahmenverträge mit den Lieferanten stellt Hessen Mobil sicher, dass das Salz nicht so schnell ausgeht. Das war in dem extremen Winter 2009/2010 bundesweit der Fall. Damals waren allein in Hessen 150 000 Tonnen Streusalz verbraucht worden.

Das ist das Einsatzgebiet

Die Straßenmeistereien in Nordhessen sind zuständig für 3330 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Dabei ist das Einsatzgebiet in den Landkreisen Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg recht unterschiedlich, es reicht in Höhenlagen um 600 Meter auf Straßen im waldeckischen Upland bis in die Niederungen an der Oberweser bei Bad Karlshafen mit 116 Metern über dem Meeresspiegel.

Acht der insgesamt 36 hessischen Glättemeldeanlagen sind besonders im Landkreis Waldeck-Frankenberg konzentriert, etwa am Quast bei Rhoden, in Eifa, Freienhagen, Willingen oder Löhlbach wo im vorigen, strengen Winter minus 23 Grad gemessen worden waren.

Zum ersten Mal ausgerückt

Den ersten Einsatz in der neuen Saison hatten die Straßenwärter aus Bad Arolsen bereits am Donnerstag hinter sich gebracht, dort war wegen bevorstehender Nachfröste gestreut worden.

Die Straßenmeistereien werten die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes für die Region aus und die Daten der Glättemelder. 194 Mitarbeiter halten sich bereit, um mit ihren 70 Räumfahrzeugen rechtzeitig ausrücken zu können.

Im Schichtdienst unterwegs

Das geht dann schon um 3 Uhr los. Hessen Mobil sorgt im Schichtdienst und durch Rufbereitschaften dafür, dass die Straße zwischen 6 und 22 Uhr befahrbar sind. Dabei orientieren sich die Straßenmeistereien an der Bedeutung der Strecken. Winterdienst rund um die Uhr gibt es nur auf den Autobahnen.

Die Straßenmeistereien sind mit 360 PS starken Lastwagen ausgerüstet, die mit vier Meter breiten Schilden Schnee räumen und mithilfe von einer Mischung aus Kochsalz und einer Lösung von Magnesiumchlorid aus fein justierbaren Streugeräten das Eis auf den Straßen zum Auftauen bringen.

Der hessische Salzticker

Dass der Winterdienst begonnen hat, sehen die Bürger auch am Online-Salzticker von Hessen Mobil. Dort waren Freitagnachmittag bereits 782,83 Tonnen auf die Straßen gestreutes Salz gemeldet worden (mobil.hessen.de). 90 000 Tonnen Streusalz sind hessenweit in den 46 Straßenmeistereien eingelagert, und in durchschnittlichen Wintern werden 80 000 Tonnen Salz verbraucht. Im vergangenen Winter mussten jedoch 113 000 Tonnen verwendet werden.

Die zweiachsigen Lastwagen mit den vier Meter breiten Räumschilden verfügen über einen Behälter für Streusalz und einen Tank für eine Magnesiumchlorid-Lösung, die mit einem Anteil von 30 Prozent dem Kochsalz beigemischt und fein disoiert auf die Fahrbahn aufgebracht wird.

Mit Sondergenehmigung unterwegs

Die Fahrzeuge sind mit rund 20 Tonnen offiziell überladen, dürfen aber mit einer Sondergenehmigung des Regierungspräsidiums am Straßenverkehr teilnehmen und werden von 360 PS starken Motoren angetrieben.

Streusalz satt: Der Leiter der Straßenmeistereien Bad Arolsen und Bad Wildungen, Tobias Klippert.

Alle von Hessen Mobil eingesetzten Räumfahrzeuge sind mit Abbiegeassistenten ausgerüstet. Hessen sei das erste Bundesland, das die Straßendienstfahrzeuge flächendeckend mit solchen Geräten ausgerüstet habe, sagt Pressesprecherin Carola Siebert.

Vorbereitung auf den Winterdienst

Vor dem Start der Wintersaison werden die Straßenwärter regelmäßig eingewiesen und trainieren sie das Aufziehen von Schneeketten - damit sie selbst auf verschneiten Straßen durchkommen. Am Steuer sitzen Könner: Die Straßenmeister Frankenberg stellt den Hessenmeister im Schneepflugfahren. Im Juli 2022 wird der Titel in Marburg zu verteidigen sein. (Armin Haß )

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