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Keine Folgen für Wasserkraftwerk am Edersee

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Von: Cornelia Höhne

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Blick ins Pumpspeicherkraftwerk Waldeck II: Mehr als 20 Millionen Euro investierte Kraftwerksbetreiber Uniper Anfang 2022 in die Einsatzbereitschaft. Archiv
Blick ins Pumpspeicherkraftwerk Waldeck II: Mehr als 20 Millionen Euro investierte Kraftwerksbetreiber Uniper Anfang 2022 in die Einsatzbereitschaft. Archiv © Uniper

Der Gasversorger Uniper ist wegen Lieferkürzungen des russischen Gazprom-Konzerns und dadurch stark gestiegener Preise in finanzielle Schieflage geraten und beantragte Staatshilfen. Auf das Wasserkraftwerk am Edersee habe dies aktuell keine Auswirkungen, teilte Unternehmenssprecher Theodoros Reumschüssel auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Edertal-Hemfurth/Edersee – „Die Pumpspeicherkraftwerke am Edersee bleiben unverändert wichtig für die Stabilität des Netzes und des Ausgleichs schwankender Einspeisung von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen und damit für die öffentliche Stromversorgung“, sagt der Pressesprecher.

„Da sie ohne importierte Brennstoffe funktionieren, wird ihre Rolle in der aktuellen Situation eher noch wichtiger.“ Weil das Geschäft mit dem Wasserkraft-Strom nicht von den Lieferkürzungen von Gas aus Russland betroffen ist, rechne Uniper mit der unveränderten Besetzung aller Funktionen. Für mögliche kurz-, mittel- oder langfristigen Folgen seien indes Vorhersagen kaum möglich. „Wenn die Lieferkürzungen aus Russland anhalten oder ausgeweitet werden, ist aber mit deutlich steigenden Preisen für Gas und in Folge auch für Ersatzbrennstoffe zu rechnen,“ so Reumschüssel.

In der Uniper-Kraftwerksgruppe Pumpspeicher werden Mitarbeiter beschäftigt, die für ein Laufwasserkraftwerk, drei Speicherkraftwerke und vier Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland zuständig sind. Für den Standort im Edertaler Ortsteil Hemfurth/Edersee gibt es aus Sicht des Unternehmens auch unter den derzeitigen Vorzeichen nichts zu tun, was nicht ohnehin regelmäßig auf der Agenda stehe. Auch in diesem Jahr wurde investiert. „Die notwendigen Investitionen in Anlagen und Personal wurden und werden regelmäßig getätigt. Erst im Frühjahr 2022 wurde eine Maschinenrevision für 20 Millionen Euro abgeschlossen, um die Einsatzbereitschaft langfristig sicherzustellen“, sagte Reumschüssel.

Uniper ist nach eigenen Angaben mit einer Ausbauleistung von knapp 2000 Megawatt der größte deutsche Erzeuger regenerativen Stroms aus Wasserkraft. Vor allem an Main, Donau, Lech und Isar betreibt Uniper mehr als 100 Laufwasser-, Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke. Diese erzeugen zusammen jährlich rund fünf Milliarden Kilowattstunden.

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