Korbach

150. Geburtstag: Festakt für Prof.Bier

- Korbach (md). Professor August Bier, sein Denken, seine Leistungen für den medizinischen Fortschritt und sein vielfältiges Wirken standen im Mittelpunkt des Festaktes, zu dem sich Freitagabend rund 150 Gäste im Sitzungssaal des Korbacher Rathauses eingefunden hatten.

Unter ihnen waren, neben Vertretern aus Gesellschaft und Politik, die Angehörigen der Familie von August Bier, der am 24. November 1861 in Helsen das Licht der Welt erblickte und als er dréi Jahre alt war, zog seine Familie nach Korbach. Nach dem Abitur, das er am Korbacher Gymnasium absolviert hatte, gelangte er in Kiel, Greifswald, Bonn und Berlin zu hohen medizinischen Ehren.

Bürgermeister Klaus Friedrich verwies lobend auf die Leistungen, für die Bier schon zu seinen Lebzeiten hohe Anerkennung fand – sie immer noch findet, und für die er 1921 in Helsen und 1937 in Korbach zum Ehrenbürger ernannt wurde. „Es ist eine freudige Aufgaben, Biers Verdienste zu würdigen. Es ist aber auch unsere Pflicht, zu sehen und zu benennen, dass es Äußerungen August Biers gibt, die einen Schatten auf das Bild unseres Ehrenbürgers werfen“, sprach Friedrich nicht nur Biers außerordentlichen Errungenschaften an, sondern auch seine fragwürdige Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut. „Wir dürfen dann stolz auf die Verdienste und Leistungen unseres Ehrenbürgers sein, wenn wir gleichzeitig bereit sind, uns dem belasteten Teil des Erbes zu stellen“, unterstrich Friedrich.

Bürgermeister Jürgen van der Horst aus Bad Arolsen griff den Gedanken auf und betonte, sich der Person August Bier zu nähern, sei nicht einfach – und es sei auch für die Arbeitsgruppe, die die Feierlichkeiten zu seinem 150. Geburtstag vorbereitet hatte, eine Herausforderung gewesen, dem Spannungsbogen gerecht zu werden – Biers große Verdienste um den medizinischen Fortschritt zu würdigen und seine Nähe zum Gedankengut des Nationalsozialismus nicht zu verschweigen. „Unser Gesamturteil fällt an diesem Abend positiv aus“, betonte er – ein Hinweis, den auch der Festredner, Dr. Klaus Dumke (Warstein), aufgriff.

Das Waldeckische Salonorchester „Cappuccino“ umrahmte den Festakt würdig mit Musik.

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