Versammlung der Vöhler Feuerwehren

2012 zu 93 Einsätzen ausgerückt

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Viel Ehr bei der Wehr: Das silberne Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Dienst und Anerkennungsprämien des Landes gab es für langjährige Einsatzkräfte. Fotos: Lutz Benseler

Vöhl - Für ihn war es die letzte Jahreshauptversammlung in offizieller Funktion: Gemeindebrandinspektor Berthold Schreiber hat in der Sitzung der Vöhler Wehren seinen Abschied aus dem Amt angekündigt.

Gleichzeitig mit Bürgermeister Harald Plünnecke will Schreiber im November seinen Hut nehmen und „leise gehen“, wie der Vöhler Feuerwehrchef am Freitagabend in Ederbringhausen sagte. „Ich bin aber nicht weg und stehe für Auskünfte weiter zur Verfügung“, so der Gemeindebrandinspektor. 18 Jahre lang hatte Schreiber die Geschicke der Wehren geführt. „Ich habe versucht, die Feuerwehren in den Mittelpunkt der Gemeinde zu stellen und die Einsatzkräfte mit einzubinden“, sagte der 56-Jährige. Den Feuerwehrleuten zollte er Respekt: Die Ehrenamtlichen müssten „wie die Profis“ arbeiten. Das Miteinander sei in den vergangenen 18 Jahren von Harmonie und Menschlichkeit geprägt gewesen. Schreiber mahnte die Wehren aber auch, das Ortsteildenken zu überwinden. Nur zusammen seien sie stark, so der Gemeindebrandinspektor: „Ihr seid eins.“ Dabei müssten die Ortsteilwehren aber auch ihre Selbstständigkeit behalten, sprach sich Bürgermeister Harald Plünnecke gegen mögliche Sparpläne der Landesregierung aus. Eine Zusammenlegung von Feuerwehren helfe einer Flächengemeinde wie Vöhl nicht. So könne die Regel, innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung wirksame Hilfe zu leisten, nicht eingehalten werden. Gemeinde investiert Die Gemeinde Vöhl investiert indes weiter in ihre Wehren: 150?000 Euro sind im aktuellen Haushalt für den laufenden Betrieb eingestellt, weitere 130?000 Euro für Investitionen. „Das brauchen wir, die Schlagkraft muss gewährleistet sein“, sagte Plünnecke. Zwei neue Fahrzeuge und eine Wärmebildkamera sollen in diesem Jahr für die Vöhler Wehren angeschafft werden. Außerdem schlage die Einführung des Digitalfunks zu Buche, so der Bürgermeister. 226 Männer und 23 Frauen sind derzeit in den 14 Einsatzabteilungen aktiv. Insgesamt mussten die Feuerwehren im vergangenen Jahr zu 93 Einsätzen ausrücken, darunter 14-mal zu Bränden. 68-mal leisteten die Brandschützer Hilfe, etwa bei Unfällen, Unwettereinsätzen oder auch Veranstaltungen. So waren beim Drachenbootrennen im Juni 17 Einsatzkräfte insgesamt 80 Stunden im Dienst und sorgten dafür, dass alle Gäste einen Parkplatz fanden. Es war sicher einer der außergewöhnlichsten Einsätze der Vöhler Feuerwehren: Durch ein Leck in der Leitung war die Wasserversorgung in Dorfitter im Februar 2012 bedroht. Die Feuerwehrleute legten schließlich eine drei Kilometer lange Schlauchleitung von Korbach bis zum Hochbehälter. Plün­necke dankte den Brandschützern für die Hilfe. In den acht Jugendfeuerwehren sind zurzeit 31 Jungen und 52 Mädchen organisiert, wie Gemeindejugendfeuerwehrwartin?Miriam Mehring berichtete – insgesamt sieben weniger als im Vorjahr. „Die Mitglieder, die wir verlieren, fehlen später in den Einsatzabteilungen“, sagte Mehring. Die acht Jugendwarte und 21 Betreuer hätten sich mit großem Zeitaufwand engagiert: 40 Tage verbrachten sie auf Zeltlagern und Tagesfahrten, 862 Stunden investierten sie in die feuerwehrtechnische Ausbildung des Nachwuchses und 466 Stunden in die allgemeine Jugendarbeit. Brandschutzerziehung Der größte Brocken sei mit 1397 Stunden aber der Zeitaufwand für die Vorbereitung, die eigene Ausbildung und Sitzungen gewesen. Um die Kleinsten hatten sich außerdem Hildegard Paland, Katja Bock und Nicole Beckmann gekümmert, die in den Kindergärten der Großgemeinde in Sachen Brandschutzerziehung unterwegs waren. Ihre Grüße an die Feuerwehrleute richteten in der Sitzung der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf, Jürgen Querl vom Kreisfeuerwehrverband und Kreisjugendfeuerwehrwart Marcus Potthof aus. Polizeisprecher Volker König informierte über rechtliche Grundlagen bei der Weitergabe von Einsatzfotos an Medien. Von Lutz Benseler

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