Uplandgemeinde verzeichnet über eine Million Übernachtungen und Rekord bei den Gästeankünften

2013 super, aber enttäuschender Winter

Der Winter verabschiedet sich, bevor er richtig angefangen hat. Die neue Sesselbahn am Ritzhagen (oben rechts) lief bisher nur 16 Tage lang, die Sommerrodelbahn hingegen war seit Dezember an 45 Tagen in Betrieb. Fotos: Ulrike Schiefner

Willingen - Touristische Bilanz des Jahres 2013: Steigerung der Übernachtungszahlen um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Plus von 4,8 Prozent bei den Gästeankünften in der Uplandgemeinde. In den ersten Wochen des neuen Jahres hingegen sah es nicht so rosig aus.

Der Leiter der Tourist-Information, Ernst Kesper, stellte gestern im Gespräch mit der WLZ Details der Statistik vor, in die allerdings nur die größeren Betriebe (ab zehn Betten) einfließen. Danach wurden 2013 in der Gemeinde Willingen (Upland) 1 002 983 Übernachtungen registriert gegenüber 983 547 im Jahr 2012. Die meisten Übernachtungen (121 777) gab es im Februar, die höchsten Zuwachsraten (jeweils knapp 20 Prozent) im März und August und die deutlichsten Verluste (-16,7 Prozent) im April. Mit 354 141 Gästeankünften (gegenüber 337 858 im Vorjahr) wurde eine neue Rekordzahl erreicht und sogar das Jahr 2011 getoppt, in dem 352 120 Gäste gezählt wurden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer, die sich 2011 und 2012 auf jeweils 2,91 Tage belief, ging 2013 auf 2,83 Tage zurück.

Äußerst positiv bewertet Ernst Kesper das im vergangenen Jahr eingeführte Service-Angebot „MeineCard+“. Im Anfang haben 30 Upländer Betriebe die Karte an ihre Gäste ausgegeben; mittlerweile machen bereits 62 Betriebe mit. In ganz Nordhessen wurden im Zeitraum von April bis Dezember 2013 48 384 Karten ausgegeben, davon 33 242 in der Uplandgemeinde. Die Anzahl der Übernachtungen, die durch die Karteninhaber erzielt wurde, belief sich in Nordhessen auf insgesamt 136 208, in Willingen (Upland) auf 95 277.

Wichtige Alternativen

„MeineCard+“ ermöglicht den Gästen den kostenlosen Besuch in über 80 Freizeiteinrichtungen - ein Angebot, das Willingens Bedeutung als ganzjähriges Urlaubsziel weiter festigt und das wichtige Programmalternativen bietet, wenn beispielsweise im Winter der erhoffte Schnee ausbleibt.

Die Auswirkungen des Schneemangels lassen sich bereits in der Dezember-Statistik ablesen: In der Gemeinde wurden vorletzten Monat 72 003 Übernachtungen erzielt, 7731 weniger als im Dezember 2012. Kesper geht davon aus, dass sich das Minus im Januar auf 4000 bis 5000 Übernachtungen beläuft und dass die Übernachtungszahl im Februar sogar um 15 000 bis 20 000 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs zurückgeht. „Pro tausend Übernachtungen, die wir verlieren, reduziert sich die Bruttowertschöpfung um etwa 100 000 Euro.“

„Am Wetter kann man nichts machen. Umso wichtiger sind Alternativangebote“, so Ernst Kesper. Und die werden gut genutzt. Allein am Dienstag kamen 866 Besucher ins Willinger Lagunenbad.

Sommerrodelbahn läuft

Enttäuschend ist der Winter bisher insbesondere auch für die Liftbetreiber sowie die Skischulen und Skiverleih-Unternehmen gelaufen. Nachdem dank technischer Beschneiung in den vergangenen fünf Jahren stets an 80 bis 130 Tagen Skibetrieb herrschte, sah es diesmal recht mau aus. „Wir konnten gerade mal in drei Nächten und an einem Tag Schnee machen“, berichtet Herbert Rummel. Die neue Sesselbahn am Ritzhagen war nur 16 Tage lang in Betrieb - aber immerhin: „Sie entspricht genau den Erwartungen der Gäste und funktioniert so, wie wir es uns vorgestellt haben“, betont Rummel. Im Übrigen ist die Familie lange genug im Wintersportgeschäft aktiv, um die schneearme Saison mit der notwendigen Gelassenheit zu betrachten. „Wir leben im Mittelgebirge und sind nicht so blauäugig, dass wir jedes Jahr 100 Skitage erwarten.“

Acht Lifte in Betrieb

Dass am Ritzhagen augenblicklich trotzdem Hochbetrieb herrscht, ist der Sommerrodelbahn zu verdanken. Gerade jetzt, in den Krokusferien, nutzen viele Familien aus den Niederlanden das Angebot. Die Sommerrodelbahn war übrigens in den Wintermonaten bisher an 45 Tagen in Betrieb. Obwohl der Schnee nach drei Wochen Südwestwind und gelegentlichen Regenfällen stark zusammengeschmolzen ist, liefen in Willingen gestern noch acht Lifte. Die Liftbetreiber hoffen, dass es entgegen den Erwartungen der Meteorologen vielleicht im März doch noch mal kräftige Schneefälle gibt. Herbert Rummel: „Die Leute haben viel Nachholbedarf.“

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