Hessentag und Trockenheit prägten 2018

212 Einsätze in einem Jahr für die Korbacher Feuerwehr

+
Ehrungen und Beförderungen bei der Korbacher Feuerwehr: Urkunden, Ehrennadeln, Medaillen und Leistungsabzeichen gab es bei der Jahreshauptversammlung im Stützpunkt.

Korbach – „Es war das Jahr des Hessentagsfiebers. Der Stützpunkt diente als Zuhause für viele befreundete Feuerwehrleute.“ Bernd Ashauer blickte in seiner ersten Jahreshauptversammlung als Vorsitzender des 233 Mitglieder starken Vereins der Freiwilligen Feuerwehr Korbach gleich auf ein ganz besonderes Jahr zurück.

Auch die lang anhaltende Sommerdürre habe die Brandschützer mit Wald- und Flächenbränden auf Trab gehalten, sagte Ashauer.

Wehrführer Andre Casper blickte in der Versammlung auf ein Rekordjahr zurück. Die Rekordzahl der 212 Einsätze überstieg die Schlagzahl des Vorjahres um 35 Prozent, das höchste Einsatzaufkommen der letzten zehn Jahre. Dahinter verbergen sich Einsätze in der Kreisstadt, sowie personelle und materielle Unterstützung in Nachbargemeinden, im Einzelnen bei 75 Brandfällen, 91 technischen Hilfeleistungen, sowie 46 Fehlalarme. 

Korbacher Feuerwehr wartet auf Ersatz für Öl-Sanimat

Mehrmals wurde der Öl-Sanimat zum Gewässerschutz eingesetzt, obwohl dieser vom Land aus dem Dienst genommen wurde. Doch wurde bisher kein Ersatz auf den Weg gebracht. Daher wurde der Öl-Sanimat beim Brand in einer Spedition, beim umgestürzten Kran am Mühlhäuser Hammer und zuletzt im November in Thalitter, als 650 Liter Diesel nahe der Kläranlage ausliefen, dringend benötigt. 

Der Kinderfeuerwehr gehören laut Jahresbericht des Jugendwarts, Stefan Casper, aktuell 21 Mädchen und Jungen an, die an den „Tatzenprüfungen“ teilnehmen und bei Übungen und Spielen viel Spaß haben. In der Jugendfeuerwehr bereiten sich 28 Jugendliche auf den Einsatzdienst vor. An 51 Donnerstagen übten die jungen Leute im vergangenen Jahr. Zeltlager, Leistungsspangen und erfolgreiche Wettbewerbe standen im Terminkalender. Ein junger Mann konnte bei der Versammlung in die Einsatzabteilung übernommen werden, drei weitere folgen im Laufe des Jahres.

Stadtverordnetenvorsteherin Lieselotte Hiller lobte die ehrenamtlichen Brandschützer: „Ohne Euch hätten wir nicht diesen tollen Hessentag haben können“ und Bürgermeister Klaus Friedrich nannte die Freiwilligen Feuerwehren mit insgesamt fast 700 Einsatzkräften „eine der tragenden Säulen“ des Landesfestes. Der Hessentag habe sich als „Beschleuniger“ zur Anschaffung neuer Geräte erwiesen.

Thomas Schäfer ist Vorsitzender der Waltershäuser Wehr. Er lud die Korbacher zur 810-Jahr-Feier im Juni in die Thüringer Partnergemeinde ein. Dr. Christoph Weltecke, Vizepräsident des Landes- sowie des Deutschen Feuerwehr-Verbandes, lobte die gute Anlaufstelle der Brandschützer beim Hessentag: „Für das Präsidium im Landesverband ist Korbach jetzt nicht mehr irgendein Fleck auf der Karte.“ Aktuell befasse sich der Landesverband mit einer Überarbeitung der Lehrpläne und die Kapazitäten der Landesfeuerwehrschulen sollen in den nächsten fünf Jahren ausgebaut werden, wie im Koalitionsvertrag vereinbart.

Hessentag war "enormer Kraftakt" für die Feuerwehrleute in Waldeck-Frankenberg

Als „enormen Kraftakt“ für die Korbacher, die 14 Ortsteil-Wehren und alle Wehren des Landkreises bezeichnete Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt die Leistungen rund um den Hessentag, der die Wehren als Großfamilie zusammengeführt habe. Schmidt erinnerte an die Sanierung der Außenfassade des Stützpunktes und gab Tipps zur Abwägung von Notfällen, bei denen Türöffnungen nötig werden. Eine immer größere Rolle spielten Atemschutz-Einsätze, deren Geräteträger immer ausreichend zur Verfügung stehen müssten.

Das 79-jährige Ehrenmitglied Oskar Brach übergab eine ergreifende Spende in der Versammlung: Der ehemalige Wehrführer und Gerätewart hatte 1000 Euro für die eigene Trauerfeier im Kreise der Kameraden angelegt. Die durch Konkurs eines Windradherstellers verlorene Hälfte füllte Brach wieder auf und bat die Feuerwehrleute, zu seiner Beerdigung in Uniform zu erscheinen, „damit wir unsere Verbundenheit zeigen.“

Chronist und Pressewart Harald Casper vermeldete: „Unsere alte Drehleiter ist jetzt in Ungarn, in der Nähe von Budapest. Die Kollegen haben uns zu sich eingeladen.“ Er präsentiert auch die neuen Aufkleber und Flyer, jeweils mit neuem Logo. Interessierte werden darin eingeladen, unverbindlich zu einem der Freitagstreffen zu kommen. Diese finden in ungeraden Kalenderwochen um 19 Uhr am Stützpunkt statt.

Von Ute Germann-Gysen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare