Besucherbergwerk in Adorf erhält EU-Fördermittel · Museum wird umstrukturiert

273.650 Euro für Christiane

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Diemelsee-Adorf - Auf das Kloster Flechtdorf folgt die Grube Christiane in Adorf: Für über 500 000 Euro soll das Bergwerksmuseum umgestaltet werden – zum Beispiel mit einer Aussichtsplattform auf dem Förderturm. Die Europäische Union unterstützt das Projekt zur Hälfte.

Im Besucherbergwerk „Grube Christiane“ in Adorf stehen Veränderungen an. Für insgesamt 547 300 Euro soll das Museum zum Info-Zentrum erweitert werden. Wirtschaftsminister Florian Rentsch teilte gestern in Wiesbaden mit, dass das Projekt mit 273 650 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt wird. Aus diesem Topf erhielt auch der Klosterverein Flechtdorf erst kürzlich Gelder.

Die andere Hälfte steuert die Gemeinde Diemelsee bei. Bürgermeister Volker Becker ist aber optimistisch, weitere Fördergelder von der Hessischen Denkmalpflege zu erhalten. Wann die Bauarbeiten beginnen können, stehe noch nicht fest. Möglichst zeitnah solle die Arbeit aber gemeinsam mit dem Planungsbüro und dem Knappenverein beginnen.

Der Vorsitzende der Adorfer Knappen, Erhard Rettig, bezeichnet den Förderbescheid als verfrühtes Weihnachtsgeschenk. „Das Bergwerk ist für unsere Region ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, und ich bin richtig froh gestimmt, dass wir jetzt etwas anpacken können.“ Vieles im Museum und der Grube sei noch auf dem Stand der Eröffnung vor 26 Jahren. Das Ziel des Knappenvereins, die Bergmanns-Tradition in Adorf aufrecht zu erhalten, habe für die Mitglieder eine hohe Bedeutung.

Pläne und eine Machbarkeitsstudie zur Modernisierung des Bergwerks lagen bereits seit längerem vor, doch fehlten bislang die finanziellen Mittel. Konkret soll das Bergwerksmuseum nun familiengerechter werden. Mitmach-Stationen und elektronische Medien sollen die Informationen über den Bergbau zeitgemäß vermitteln.

Geplant ist ein Multimedia-Raum, in dem Filme über die Bergwerksgeschichte und die Geologie der Region gezeigt werden. In einem neuen Museumsraum soll außerdem der Weg zum Adorfer Erz von der Entstehung über den Abbau und die Verarbeitung bis hin zum fertigen Erzeugnis präsentiert werden. Zudem ist ein Zugang zum ehemaligen Lokschuppen geplant, wo die verschiedenen Techniken des Stollenausbaus gezeigt werden.

Entgegen ursprünglicher Pläne wollen Gemeinde, Knappenverein und Planer den Förderturm erhalten. Er soll als Aussichtsplattform hergerichtet werden. (tt)

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