Im Streit Freundin mit Faust ins Gesicht geschlagen

40-jähriger Mann aus Waldeck-Frankenberg wegen Körperverletzung zu Geldstrafe verurteilt

Amtsgericht Korbach
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Geldstrafe wegen Körperverletzung: Das Urteil ist im Korbacher Amtsgericht gefallen.

Weil er im Streit mit seiner damaligen Freundin handgreiflich wurde, muss ein Mann aus Waldeck-Frankenberg wegen Körperverletzung 5400 Euro bezahlen.

Korbach – Nach Auffassung des Gerichts hat der Angeklagte die 34-jährige Frau am 23. Dezember 2019 unter anderem mit der Faust mehrmals in das Gesicht geschlagen. Daraufhin hat er ihr das Handy unter weiterer Gewaltanwendung abgenommen, um es für sich zu behalten.

Diese Anschuldigungen bestritt der Mann. Er bestätigte zwar, dass es zu einer Rangelei kam, betonte jedoch, dass diese von seiner ehemaligen Partnerin ausging. Der 40-Jährige gab an, dass er die Frau zur Rede stellen wollte. Hintergrund war ein Drogengeschäft, dem er auf die Schliche gekommen sei. Der Mann berichtete, Beweismittel gesammelt zu haben, die aufzeigen, dass die Frau zusammen mit einer Gruppe in seiner Wohnung mit Rauschmitteln handelte.

Im daraus entstandenen Streit hat sich die Frau einige Verletzungen zugezogen. Außer einer Prellung am Kopf und am Knie, hatte sie auch eine Quetschung an der Hand und eine Verletzung an der Nase erlitten. Wie die Verletzte vor Gericht aussagte, bekam auch ihre junge Tochter die Auseinandersetzung mit und war in der Folge traumatisiert.

Nachdem der Mann die Wohnung verlassen hatte, flüchtete die Frau zu den Nachbarn. Sie rief die Polizei. Das tat auch der Angeklagte und beschloss noch einmal zurückzukehren, um ein weiteres Gespräch zu suchen. Die Polizei, die mittlerweile an dem Tatort angekommen war, verweigerte ihm allerdings das Betreten des Hauses.

Bei der anschließenden Vernehmung stellten die Beamten fest, dass beide Beteiligten leicht alkoholisiert waren. Außerdem durchsuchten sie den Mann und dessen Wohnung, konnten aber kein gestohlenes Handy finden. Der Angeklagte gab an, dass er das Handy zwar entwendet habe, allerdings betonte er, dass er dieses beim Verlassen der Wohnung auf einer Kommode ablegte.

Da der Raub nicht bewiesen werden konnte und auch der entstandene Streit nicht vollständig geklärt wurde, plädierte der Strafverteidiger auf Freispruch. Die Staatsanwältin sah die Körperverletzung jedoch als bewiesen an und forderte deshalb eine Geldstrafe. Diese Ansicht vertraten auch Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling und die Schöffen und verurteilten den Angeklagten deshalb zu 90 Tagessätzen zu je 60 Euro. (sk)

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