Korbachs dienstälteste Band

50 Jahre Rock‘n‘Roll: „Eldorados“ mit Jubiläumsshow beim Altstadt-Kulturfest

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Sie können es immer noch: Seit 50 Jahren stehen die „Eldorados“ auf den Bühnen in der Region. Beim Altstadt-Kulturfest in Korbach präsentiert die Band ihre Jubiläums-Show.

Korbach – Sie können es immer noch: Seit 50 Jahren stehen die „Eldorados“ auf den Bühnen in der Region. Beim Altstadt-Kulturfest in Korbach präsentiert die Band ihre Jubiläums-Show.

Es war der schicksalhafte 21. Juli 1969: Zum ersten Mal betrat ein Mensch den Mond. Gleichzeitig spielte die legendäre „Butler Group“ in Medebach, die Korbacher Band der Beatzeit schlechthin – oder vielmehr: Sie sollte spielen. Doch während Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin jenen für sie kleinen und für die Menschheit großen Schritt taten und der Welt der Atem stockte vor Staunen, krachte es hinter der Bühne gewaltig. Gitarrist Hans „Butler“ Diener und Schlagzeuger Hans-Heinrich Müller hatten sich ordentlich in die Haare bekommen.

„The Butler Group“: Einst Korbachs bekannteste Beat-Band. Aus ihr sind die „Eldorados“ hervorgegangen.

Heinz „Chuck“ Jandik, heute Sänger und Gitarrist bei den „Eldorados“, hatte den Auftritt der „Butler Group“ damals als Zuschauer miterlebt. „Ich weiß noch genau, wie in Durchsagen immer der aktuelle Stand der Mondlandung durchgegeben wurde“, sagt der Korbacher. Und wie es plötzlich hinter der Bühne gepoltert habe.

Worum es bei dem Streit ging, daran erinnert sich heute keiner mehr so genau. An die Folgen umso mehr: Müller und Diener verließen die Band – und ohne Diener kein „Butler“ mehr. Die „Eldorados“ entstanden. Und weil der Gerichtsvollzieher die Gesangsanlage der Combo gepfändet hatte, sattelten die Rock ’n’ Roller auf Tanzmusik um. Hans Diener verließ kurz darauf Deutschland für immer und wanderte nach Australien aus.

Sorgt für den passenden Groove: Dirk Lipp.

50 Jahre später: Die „Eldorados“ gibt es immer noch – wenn auch in einer etwas anderen Besetzung. Von den „Butlers“ ist heute nur noch Hermann Eirund (Keyboard) mit an Bord. Vor einem Jahr starb Bassist Dietmar „Dooley“ Jazbec. Auch er war vormaliger „Butler“ und ein Eldorado der ersten Stunde.

Von 1969 an erspielte sich die Combo mit Tanzmusik einen Namen. 1986 gab es dann die erste künstlerische Pause, Anfang der 2000er ein kurzes Comeback. Ende 2010 setzten sich die „Fab Four“ Hermann Eirund, Heinz Jandik, Peter Bartusch und Dietmar Jazbec wieder in den Probenraum und feilten am Comeback mit dem Sound der 50er- und 60er-Jahre. Guter alter Rock‘n‘Roll sollte es sein, eine Huldigung an ihre Idole wie Chuck Berry und Buddy Holly. Seitdem sind sie wieder auf den Bühnen in der Region unterwegs.

Mittlerweile haben sich die „Eldorados“ Verstärkung geholt: Sängerin „Moony“ Kosar sorgt mit rockigem Timbre dafür, dass die vier Jungs ihr Repertoire nicht zu stark abgrenzen. So haben auch mal Songs von Carol King eine Chance. Schlagzeuger Dirk Lipp und Ralf Kümmel am Bass, beide von der Band „Streetlife“, sorgen für den passenden Groove, Cliff "Horst" Rüssel unterstützt an der Gitarre.

Die 50-Jahre-Jubiläumsshow der Eldorados startet am Samstag um 21 Uhr auf der Bühne am Skaterpark.

Fotos: 50 Jahre Eldorados

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