Korbacher Architekt Herbert Kuhaupt spendet für Kirchensanierung

50000 Euro für die Nikolaikirche

+
Herbert Kuhaupt (Mitte) hat sich seinen Platz auf der Spendertafel der Nikolaikirche mit 50 000 Euro verdient. Pfarrer Günter Engemann und Sabine Neuhaus hoffen auf weitere Spenden.Foto: Figge

Korbach - Die Bemühungen um die Sanierung der Nikolaikirche haben einen kräftigen Schub erhalten: Herbert Kuhaupt spendet dem Förderverein 50000 Euro.

Die beiden großen Korbacher Kirchen sind für den Architekten Herbert Kuhaupt aus der Stadt nicht wegzudenken: „Jeder Bewohner fühlt sich wieder zu Hause, wenn er von einer Reise zurückkehrt und die Kirchtürme erblickt“, erklärt er. Um zu ihrer Erhaltung beizutragen, hat er 50000 Euro an den Förderverein der Nikolaikirche gespendet: Dort wurde er konfirmiert, jeden Tag sehe er beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster sein geliebtes Gotteshaus. Nachdem der 88-Jährige knapp 20 Jahre lang in Spanien gelebt hat, ist er mittlerweile in seine Geburtsstadt Korbach zurückgekehrt.

„Diese Spende hat uns wahnsinnig überrascht und vorangebracht“, sagt Sabine Neuhaus, Vorsitzende des Fördervereins. Kuhaupt hofft, mit seiner Spende einen Nachahmereffekt zu bewirken - der Bedarf der Gemeinde ist nämlich immens: Architekt Jürgen Kepplin stellte vor zwei Jahren eine Mängelliste auf und bezifferte die Kosten einer Sanierung auf eine Million Euro. Die Hälfte davon muss die Gemeinde tragen.

Kernproblem ist die Heizung. Acht bis 15 Grad Celsius sind für Altarbilder und Orgel ideal, andernfalls nehmen sie Schaden. „Mit der alten Heizung ist das kaum einzuhalten“, sagt Pfarrer Günter Engemann. Nach der bislang letzten Innensanierung 1965 gibt es viele weitere Probleme, die im Verbund mit der Heizungsinstallation angegangen werden könnten: etwa rostige Fenster, Risse im Grabmal von Fürst Georg Friedrich und restaurierungsbedürftige Wandgemälde.

Landeskirche und Kirchenkreis haben zugesagt, Gutachten über nötige Arbeiten an Heizung, Kunstschätzen und Gebäuden zu finanzieren. Sabine Neuhaus hofft, Ende nächsten Jahres den Umfang der Arbeiten nennen zu können. Dann können auch weitere Pläne konkretisiert werden - etwa, ob die Kirche eine moderne Beleuchtungsanlage zur Unterstützung von Konzerten braucht: „Die Akustik ist die große Stärke unserer Kirche“, erklärt Sabine Neuhaus.

Mit Kuhaupts Spende hat der Förderverein seit seiner Gründung 2012 mehr als 80000 Euro gesammelt. Ein Teil davon stammt aus eigenen Aktionen wie dem Stand im Kirchturm beim alternativen Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende. Spenden empfängt der Förderverein auf den Konten 102699 (Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BLZ 52350006) und 356646 (Waldecker Bank, BLZ 52360059).

Von Wilhelm Figge

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare