Fleißige Bienen – fleißige Immenfreunde: Mit Imker Hans Hey durchs Jahr · Teil 2

60 000 Honigsammler bilden ein Volk

+
Bis zu 60 000 Bienen leben in einem Volk – und sie sind extrem fleißig: In der ersten Juniwoche, zum Ende der Rapsblüte, kann der Korbacher Hans Hey für gewöhnlich zum ersten Mal schleudern.

Korbach - Sobald die Sonne die Temperatur über zehn Grad Celsius steigen lässt, machen sich Bienen auf den Weg und holen erste Pollen ein. Ihre Arbeit – und die des Imkers – verfolgt die WLZ-FZ über das Jahr hinweg in einer Serie.

Der Korbacher Hans Hey beschäftigt sich seit Jahrzehnten intensiv mit Bienen und wird nicht müde, über die Leistungen der fleißigen Insekten zu sprechen und sich für den Fortbestand der Imkerei zu engagieren. Das zeigt er auch in Zusammenarbeit mit der Waldeckischen Landeszeitung/Frankenberger Zeitung, die die Bedeutung der Bienen wegen ihrer außerordentlich wichtigen Bestäubungsleistung in einer Serie herausstellen wird: Hans Hey gewährt regelmäßig Einblick in die Lebensphasen der Bienen – und in die Arbeitsweise des Imkers.

Im Mai werden die Völker vergrößert – eine Königin legt bis zu 3500 Eier am Tag – so dass der Imker den Bienen mehr Platz in ihrer „Wohnung“ gibt. Die Bienen sind unterdessen sehr beschäftigt mit dem Einholen der Frühtracht, erklärt Imker Hans Hey, und weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass der Mai und Juni die arbeitsreichsten Monate nicht nur für die Bienen, sondern auch für den Imker sind. Täglich schaut er nach seinen Völkern, die im Juni bis zu 60 000 Bienen stark sind.

Regelmäßig schaut der Imker nach dem Rechten, denn er muss auch die so genannte Schwarmbildung verhindern. Die Schwarmstimmung ist eines der größten Probleme für Imker im Juni. „Denn schwärmende Völker machen nicht nur Arbeit, sie führen auch zu einem kleineren Honigertrag und schmälern damit den Gewinn des Imkers“, sagt Hans Hey.

Schwärmen nicht erwünscht

Der Grund für die Lust der Bienen, auszuschwärmen: Das Volk wird zusehends größer und fühlt sich bald beengt – da liegt es nahe, dass es ausschwärmen und sich mit einer neuen Königin als Volk dort ansiedeln will, wo es mehr Platz gibt. „Der Imker versucht, das zu verhindern, indem er unter anderem den Bienen mehr Honigraum gibt und zugleich alle acht Tage die Brutwaben auf Schwarmzellen kontrolliert“, erklärt Hey.

Diese Schwarmzellen, auch Weiselzellen genannt, in denen Königinnen aufgezogen werden, bricht der Imker aus. Ohne neue Königin schwärmt das Volk nicht aus – damit hat der Imker sein Ziel erreicht. Damit auch die alte Königin nicht ausschwärmt, ist es bei Vermehrungszüchtern Sitte, den Flügel der Königin um ein Drittel zu stutzen, damit sie nicht mehr fliegen kann, erklärt Hey und sagt weiter: „Ein Volk, das ausschwärmt, hätte bei unseren aufgeräumten Fluren und Wäldern keine Chance, dauerhaft zu überleben, zu 99 Prozent würde es eingehen“. Doch nicht nur, um das Schwärmen zu verhindern, kontrolliert der Imker regelmäßig alle Stöcke:

Auch die Rähmchen, die er in den Honigraum des Stocks stellt, damit die Bienen sie füllen, überprüft er. Haben die Tiere zwei Drittel der Waben bedeckt und ist der Honig innen reif – was unter anderem an einer dünnen Wachsschicht zu erkennen ist, die die Bienen über die Waben ziehen –, beginnt die Ernte. Dabei entnimmt der Imker allerdings nie alle Rähmchen gleichzeitig.

Frühtracht als Delikatesse

Die erste „Ernte“ bringt sogenannten Frühtracht-Honig – eine Delikatesse. „Trotz des zunächst kalten Frühjahrs haben sich die Völker gut entwickelt“, freut sich Hey, der insgesamt 15 Völker hegt und pflegt: „Als es warm wurde und alles blühte, haben die Bienen die Honig-räume schnell gefüllt, sie sind voll und schwer.“ Als Barometer für den ersten Schleudertermin gilt das Ende der Rapsblüte. Mehr zum Schleudern und der Qualität von Honig lesen Sie im nächsten Teil der Serie.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare