Korbach

„Abba hautnah“ begeistert die Besucher in der Stadthalle

- Korbach. „Abba“ gibt es seit bald 30 Jahren nicht mehr, doch der Mythos lebt. Die WLZ-FZ präsentierte „Abba hautnah“ – und die Korbacher Stadthalle bebte.

Das Ensemble von „Abba hautnah“ bot nicht nur vier Doppelgänger in Goldkostümen, sondern auch eine mitreißende Show, nicht zuletzt dank der Unterstützung einer Band, die eher noch eine Schippe drauf­legte, und einem witzigen Conferencier, der mit mehr Humor als so mancher Vollzeit-Comedian auch weniger Eingeweihten die Geschichte der Pop-Legenden nahebrachte.

„Ring, Ring“ heißt der erste Abba-Hit. Mit einem Telefonklingeln beginnt auch die Show. Vor dem Vorhang steht Manager Stig Anderson (Matthew Cutts), der den Anruf eines Klempners aus Ober-Erkenschwick entgegennehmen muss, der seine geliebte Gattin zum Geburtstag mit einem Abba-Konzert beglücken will. Aber an einer Wiedervereinigung haben sich schon potentere Bieter verhoben. Nicht einmal ein milliardenschweres Angebot konnte Agneta, Björn, Benny und Anni-Frid noch einmal zu einem Konzert vereinigen.

Aber das Quartett, das danach die Stadthallenbühne stürmt, lässt den Fans keine Chance, der Vergangenheit nachzuhängen, Abba sind so hautnah da und voll präsent in Kostümen, die für die unterschiedlichen Phasen der vier Schweden stehen.

Den Auftakt bestreitet das Quartett im Gold-Dress. Los geht es mit der Ouvertüre „Intermezzo No.1“. Beim anschließenden „Tiger“ zeigen Susanne Hayo und Karin Hylander dann ihre Krallen, wie ihre Frida und Agneta im Kino-Film.

Das anschließende „S.O.S“ kennt dagegen absolut jeder und ab diesem Zeitpunkt kommt Feierstimmung auf. Bei „Fernando“ ist die Stadthalle bereits eine einzige Leuchtstäbchen-Arena, das Quartett steckt zu diesem Zeitpunkt bereits im Bohemien-Look der Waterloo-Phase (1974).

Mit dem Durchbruch beim Grand Prix begann das zweite Segment, gefolgt von „Mamma Mia“, dem Hit, zu dem Karin Hylander dem Korbacher Publikum den schwedischen Fingertanz beibrachte. Björn (Heiko Pagels) und Benny (Frank Weise) blieben dabei so wenig stumm wie ihre Vorbilder, etwa bei der selbstironischen Country-Beziehungsballade „Why did it have to be me?“ Beim mitreißenden „Rock me“ übernimmt sogar der Manager und Conferencier im Napoleonskostüm die Lead Vocals, ehe er sich wieder in die Reihen der Band zurückzieht und Saxofonist Matthias Jahner zum finalen Solo die Bühne überlässt.

Überhaupt ist die Band ein zusätzlicher Aktivposten. Beim finalen „Gimme“ und „Lay your love on me“ geht voll der Funk ab und Tobias Kabirsch lässt seinen Bass grooven – die Begleiter des Quartetts haben vielleicht mehr Freiheiten als damals.

Am Ende von „Does your mother know?“ liefert Björn (Heiko Pagels) auch ein ausgiebiges Gitarrensolo an der Rampe, die sonst den beiden Damen vorbehalten ist. Etwa die Schwedin Karin Hylander als Agneta, wenn sie absolut stilecht im Voulez-vous-Kimono „Chiquitita“ intoniert, eifrig beklatscht vom Korbacher Publikum, das stets voll mitgeht und bei „Dancing Queen“ auf dem Gipfel der Glückseligkeit angekommen ist.

Als Zugabe spielt das Ensemble „Thank you for the music“ mit seinem besinnlichen Vaudeville-Beginn. Für das Quartett ist danach aber lange noch nicht Schluss. Im Anschluss an die Show können die Fans Abba wirklich hautnah erleben: Karin Hylander, Susanne Hayo, Frank Weise und Heiko Pagels geben im Foyer noch lange Autogramme. (ahi)

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