SV Immighausen feiert 50-jähriges Bestehen mit kurzweiligem Festabend

Abend der Anekdoten

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Zähne zeigen: Die Tanzsportgruppe präsentierte einen Vampirtanz.Foto: Demski

Lichtenfels-Immighausen - Lebendig und bunt präsentierte sich der SV Immighausen am großen Festwochenende: Zum 50-jährigen Bestehen hatte der Verein erst zum Kommers und dann zum Vereinsnachmittag eingeladen - von Langeweile keine Spur.

Als in den 70er-Jahren ein Fußballspiel in Münden abgebrochen werden musste, weil der Vorsitzende des SV Immighausen den Schiri schlug, dürfte das ein Skandal gewesen sein. Als ein heimischer Fußballer Jahre später während des Spiels das Feld verließ, querfeldein nach Hause stapfte und auch ein Bestechungsgeld des Trainers nicht annahm, wird sich das in Immighausen wohl auch in Windeseile herumgesprochen haben. Zum 50. Geburtstag des Vereins sind es aber Anekdoten wie diese, die ein wissendes Lachen auf die Gesichter älterer Herren zaubern und das Publikum bestens unterhalten. Beim Festkommers des Sportvereins Immighausen am vergangenen Samstag sparte der aktuelle Vereinsvorsitzende Gerd Völkel mit eben diesen Geschichten nicht. Während eines kurzweiligen Festabends bewiesen die Immighäuser zweierlei: Der Sportverein ist jung und lebendig. Und die Gemeinschaft der heimischen Vereine kann sich sehen lassen.

„Spielt für euernHeimatverein“

So war das Programm dann auch geprägt von dem bunten Miteinander im Ort: Der Posaunenchor unter Leitung von Tobias Vesper begrüßte die Gäste mit flotten Melodien, die Line Dancers brachten die Bühne zum Beben, die Tanzsportgruppe von Steffi Steuber zeigte, dass sich der Verein keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss, und der Chor „Just for Fun“ und der Männergesangverein bekamen viel Applaus für ihre Beiträge.

Den deutlichen Stempel des Sports, vor allem des Fußballs, trug er trotzdem: „Es war der Fußball, der damals die Männer im Verein zusammenbrachte“, erinnerte Ortsvorsteher Frank Pieper, „auf der Straße gab es kein anderes Thema mehr“. Der Verein habe das Leben vieler junger Immighäuser geprägt. Und ähnlich wie Gerhard Eierdanz aus Fürstenberg und der Immighäuser Vorsitzende Gerd Völkel später, appellierte er an die Fußballer aus Immighausen: „Spielt für euern Heimatverein“. Die Spielgemeinschaft Fürstenberg/Immighausen könne es sich nicht leisten, seine Talente an andere Vereine zu verlieren, ergänzte später Eierdanz. Augenzwinkernd bot Gerd Völkel 100 Liter Freibier an, sollte es gelingen, die Immighäuser Fußballer zurück in den Verein zu holen: „Hier wohne ich. Hier lebe ich. Hier bin ich im Sportverein“, kürte Völkel zum Motto der Sportler.

Dass viele Immighäuser sich dieses Motto längst zueigen gemacht haben, zeigten schließlich sowohl Statistik als auch Ehrungen. Jeder zweite Immighäuser gehöre zum Sportverein, viele zeigten Einsatz in den verschiedenen Abteilungen, beim Karneval oder der längst über die Grenzen des Landkreises beliebten Kloster-Trophy, befand der Vorsitzende. Und auch Bürgermeister Uwe Steuber lobte: „Der SV Immighausen ist ein aktiver Verein, auf den wir uns verlassen können.“ Im Gepäck hatte er den Ehrenbrief des Landes Hessen für Gerd Völkel. Er sei eine Identifikationsfigur für den Sport, befand Steuber. Mehr als 40 Jahre engagiert sich Völkel im Verein, 27 Jahre davon im Vorstand. „Ich habe nur eine Sitzung verpasst“, berichtete Völkel lachend, „damals wurde die Kloster Trophy erfunden.“

Auszeichnungen der Sportverbände

Auszeichnungen hatten auch die Vertreter der Sportverbände im Gepäck: Der stellvertretende Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann brachte Urkunden für Guido und Christien Figge, Michael Heck, Willi Steuber und Volker Weikert mit. Dieter Schröder vom Leichtathletikverband Waldeck zeichnete Frank und Friedrich Göbel aus und Harald Schmidke, Vorsitzender des Turngaus, ehrte Sabine Schlinke.

Bis in den frühen Morgen feierten die Immighäuser schließlich noch Geburtstag - auch mit jenem Schlachtruf, an den Ortsvorsteher Frank Pieper mit einem Lächeln erinnert hatte: „Aber eins, aber eins, das bleibt bestehen: Der SV Immighausen wird niemals untergehen“.

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