Heimgeleuchtet

Abgespült

Korbach - Selbst ein Griff ins Klo kann manchmal ungeahnte berufliche Perspektiven eröffnen. Jedenfalls stellen das die fünf Taucher unter Beweis, die derzeit in unserer Kläranlage da unten im Ittertal baden gehen.

14 Meter tief im Faulturm rund 2400 Kubikmeter Fäkalienschlamm zu durchwühlen, das ist wahrlich ein Sch …-Job, wie ein Kumpel neulich zu mir meinte. Kein Wunder, dass selbst der Rettungshubschrauber in Kassel in Alarmbereitschaft ist, falls es den Froschmännern da unten die Luft abschnürt. Selbst Tauchpartien in dunkelsten venezianischen Kanälen erscheinen dagegen wie reinste Südsee-Badefreuden.

Andererseits geht es im Abwasser der Kläranlage ja auch nur um ganz natürliche Vorgänge. Und es ist erstaunlich, was so mancher beim Gang aufs stille Örtchen scheinbar haltlos in den Orkus spült. Diverse Handys, Taschenrechner, Kämme, Bürsten, Schmuck und Spielzeugautos schwappen da alljährlich über die Kanalrohre bis ins Klärbecken. Mancher Gebissträger könnte dort auch seine dritten Beißerchen wieder in Empfang nehmen. Nach vier, fünf Spülungen mit Corega Tabs – mit Bioformel, versteht sich – dürften die Zahnreihen durchaus wieder zu gebrauchen sein.

Aber bislang hat sich noch niemand in diesem Fundbüro gemeldet. Das volle Spektrum solcher Exponate aus der Unterwelt hält der Klärwerksmeister im Ittertal deshalb anschaulich für Besucher in einer Glasvitrine bereit. Schaut doch mal rein …

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