Korbach

Zum Abschluss eine „harte Nuss“

- Korbach (tt). „Es ist kein leichtes Urteil, das ich in meiner letzten Sitzung fällen muss“, erklärte Wolfgang Damm. Der Korbacher Amtsgerichtsdirektor verhandelte am Dienstag (22.11.) seinen letzten Fall vor der Pensionierung, und dieser hatte es in sich.

Vor allem ging es um die Angeklagte – die von vornherein behauptete, nichts mit der Tat zu tun zu haben – und eine befreundete Zeugin, die die gesamte Schuld auf sich nahm. Der Angeklagten wurde mit ihrem Ehemann vorgeworfen, im Mai 2010 zunächst auf der Eröffnungsfeier einer Schreinerei in der Briloner Landstraße in Korbach einer Frau den Geldbeutel gestohlen zu haben. Später am Tag sollen die beiden dann mit vier Kontokarten und den dazugehörigen PIN-Nummern, die sich im Geldbeutel befanden, insgesamt 2000 Euro abgehoben haben. Am Abend ging das Paar mit den Kindern einkaufen. Dabei wurde der griechische Lebensgefährte allerdings bei einem Diebstahl erwischt und im Verlauf der Ermittlungen durch die Polizei in Verbindung mit dem gestohlenen Geldbeutel gebracht. Wer war die Täterin ?

So weit schien der Fall relativ klar zu sein. Der angeklagte 36-Jährige gestand, bei den Taten dabei gewesen zu sein. Er habe jedoch nicht selbst die ihm zur Last gelegten Straftaten begangen. An alles erinnern konnte er sich aber nicht mehr, da er an diesem Tag aufgrund seiner Heroinsucht zahlreiche Tabletten eingenommen habe. Ganz sicher aber war er, dass seine Lebensgefährtin die Taten nicht begangen habe. Diese sei den ganzen Tag zu Hause und nur abends beim Einkauf mit dabei gewesen.

Genau das erklärte die 31-Jährige auch. Für die Taten verantwortlich zeichnete letztendlich eine Zeugin aus Medelon. Die 23-Jährige beschrieb den Tag noch einmal genau und nahm alle Schuld auf sich, lediglich beim Abheben des Geldes habe auch der Angeklagte gewusst, worum es gehe, und einen Teil des Geldes von ihr erhalten. Doch mit dem Geständnis allein war es nicht getan: Neun Zeugen waren geladen, kurzfristig wurden weitere mit dem Fall befasste Polizisten hinzugezogen. Vier wollen die Angeklagte an einem der Kontoautomaten beobachtet haben und erkannten diese im Gericht auch wieder. Eine Zeugin beschrieb, wie die Angeklagte mehrere Karten ausprobiert habe, das Ganze habe bis zu zehn Minuten gedauert.

Richter Damm ließ daraufhin die Angeklagte und die geständige Zeugin nebeneinander Platz nehmen.

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