Festzug, Kommers und Reiterquadrille

Adorfer Schützen feiern 500. Geburtstag

Diemelsee-Adorf - Festlich geschmückt präsentierte sich Adorf am Wochenende seinen Besuchern. Nicht ohne Grund: Die Schützengesellschaft feierte mit Festzügen, Kommers und erstmals auch einer Reiterquadrille ihr 500-jähriges Bestehen.

Die Pferde scharren mit den Hufen, die Königinnen richten ihre Kleider und erste Flötentöne klingen durch den Burghof: In Adorf haben die Schützen das Regiment übernommen. Zum großen Glanzpunkt des Jubiläumsjahres wartet die Schützengesellschaft mit einem aufwändigen Festprogramm auf. Und viele sind gekommen: Befreundete Schützen aus Sudeck, Wirmighausen, Stormbruch, Heringhausen, Flechtdorf, Padberg und Giershagen haben zum großen Festzug am Sonntagmittag schmucke Abordnungen nach Adorf geschickt. Sehr zur Freude der vielen Zuschauer, die die Straßen säumen. Ganz außer der Reihe und nur zwei Jahre nach dem großen Schützenfest, marschieren wieder Kompanien mit ihren gekrönten Regenten durch das Dorf. Zum 500. Geburtstag ihrer Schützengesellschaft erinnern die Adorfer an Tradition, Werte und Ideale. Musikalische Unterstützung bekommen sie dabei nicht nur vom heimischen Spielmanns- und Musikzug, sondern auch von Musikern aus der Region und weit darüber hinaus. Und so schlängelt sich gestern Nachmittag der Festzug durchs Dorf. Die Königspaare vergangener Zeiten haben in den Kutschen Platz genommen und freuen sich über den Applaus der Zaungäste. Und auch Adorfs aktuelles Schützenkönigspaar Markus und Tanja Bornemann verleiht dem langen Festzug den gebührenen Glanz.Der Festzug allerdings ist nur einer von gleich mehreren Glanzpunkten des Festwochenendes. Bereits am Abend zuvor hatte die Schützengesellschaft nach Gottesdienst, Gefallenengedenken und kleinem Festzug zum Kommersabend in die feierlich geschmückte Dansenberghalle eingeladen. Die Landfrauen hatten die Halle in einen Festsaal verwandelt und so für schönste Festatmosphäre gesorgt.

„Ich bin begeistert von der großen Beteiligung der Dorfgemeinschaft“, lobte König Markus Bornemann, „und von dem Traditionsbewusstsein der Mitglieder“. Dieser Tradition widmeten dann auch Festredner Landrat Dr. Reinhard Kubat und Vorsitzender Robert Erlemann ihre Ansprachen: „Es ist ein kleines Wunder, dass ein von Menschen gegründeter Verein nach 500 Jahren noch die Tradition bewahrt“, befand der Landrat, „sie verbindet die Menschen in Adorf über Jahrhunderte hinweg“. Kubat erinnerte an die ursprüngliche Bedeutung der Schützengesellschaften im ausgehenden Mittelalter: „Sie waren die ersten Bürgerbewegungen, setzten sich von Anfang an für das Gemeinwohl ein“, befand der Landrat, „und die permanente Verteidigungsbereitschaft der Waldecker war damals lebensnotwendig“.

Robert Erlemann, Vorsitzender der Schützengesellschaft, nahm dann besonders die Adorfer Tradition in den Blick, erinnert ean Schützen vieler Generationen, die sich „mit Herzblut und Leidenschaft für das Schützenwesen eingesetzt haben“. Anerkennung gab es auch vom Bürgermeister. Volker Becker betonte: „Die Schützengesellschaft beweist seit 500 Jahren Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl“. Er brachte dem Verein neben einem Fahnennagel auch ein großes hölzernes Wappen mit. Geschenke gab es während des Kommersabends ohnehin reichlich: Robert Erlemann spendierte einen Fahnennagel für die alte Fahne von 1837 und Hildergard Weltecke, die einst bei der Erstellung des Buches „Adorf – Die Geschichte eines Waldecker Dorfes“ von Alfred Emde mitwirkte, bekam die Erstausgabe einer überarbeitete Neuauflage geschenkt. Die Landfrauen beschenkten die Festgesellschaft ebenso mit einem Tanz wie die Landjugend und gemeinsam mit der Adorfer Liedertafel stimmten musikalische Schützen im Projektchor Festlieder an.

Am Sonntagmorgen schaffen die Adorfer dann eine neue Tradition: Auf dem Dansenberg findet die erste Reiterquadrille statt. Mit zwölf Pferden zeigen die Reiter einen eleganten und begeisternden Tanz – im schmucken, historischen Zwirn, den die Schützengesellschaft spendiert hat. Unter dem Kommando von Norbert Brüne-Bornemann gelingen die ebenso eleganten wie trickreichen Schrittfolgen zu Strauß-Melodien, die Pferde traben samt Reiter über den Dansenberg und Hunderte Besucher belohnen Ross und Reiser schließlich mit begeistertem Applaus. (resa)

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