Tipps zum Kauf von Kerzen · Kinder nie allein mit brennenden Kerzen las

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

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Brennende Kerzen schenken eine angenehme Atmosphäre – sie können aber auch zur Gefahr werden. Die Verbraucherberatung rät, achtsam zu sein und unbedingt Rauchmelder in der Wohnung zu installieren. Foto: Franziska Koark

Korbach - Ohne Kerzen wäre die Advents- und Weihnachtszeit nicht vorstellbar. Damit die brennenden Lichter rundherum eine Freude sind, hat die Korbacher Verbraucherberatung einige Tipps parat.

„Kerzen, die unangenehm riechen, lieber stehenlassen, um Schadstoffbelastung zu vermeiden“, kommt Liane Reichhart, Leiterin der Korbacher Verbraucherberatung unter der Ägide des DHB-Netzwerks Haushalt, beim Thema Kerzen gleich auf den Punkt. Sinnvoll sei es, beim Kerzenkauf auf das RAL-Gütezeichen zu achten; damit seien Gesundheitsgefahren weitestgehend ausgeschlossen.

Wer gern dicke Kerzen kaufen möchte, sollte darauf achten, dass sie mehrere Dochte haben, denn dann brennen sie gleichmäßiger ab. Sinnvoll sei es außerdem, selbstlöschende Kerzen zu kaufen, denn damit werde die Brandgefahr verringert.

Vorsicht beim Verschenken

Wer Duftkerzen oder reich verzierte Kerzen verschenken möchte, sollte bedenken, dass manche Menschen sehr empfindlich auf Duftstoffe reagie-ren und daher gesundheitliche Beeinträchtigungen lauern, erklärt Liane Reichhart.

„Kerzen sollten immer auf feuerfesten Untersetzern abgebrannt werden, sonst besteht Brandgefahr“, sagt die Expertin und betont weiter: „Auch Zugluft sollte vermieden werden, sonst flackern und rußen Kerzen und brennen schneller ab.“

Kinder sollten nie alleine in der Nähe brennender Kerzen gelassen werden. Auch Feuer-zeuge und Streichhölzer sollten sicher vor Kindern aufbewahrt werden. „Wer die Tannenzweige feucht hält, verringert ebenfalls die Brandgefahr. Außerdem ist es sinnvoll, Kerzen entfernt von leicht brennbaren Materialien abzubrennen“, sagt Reichhart weiter. Werden Kerzen im Abstand von zehn bis 15 Zentimetern aufgestellt, brennen sie nicht so schnell ab und tropfen auch weniger. Gleichmäßiger brennen Kerzen außerdem ab, wenn sie mindestens so lange an sind, bis der Wachs-teller sich verflüssigt hat.

Wer lange Dochte mit der Schere einkürzt, vermeidet zudem Rußen und Flackern. Werden die Dochte zum Löschen in das flüssige Wachs getaucht, verhindert das Nachglühen und Rußen des Dochtes. Wichtig sei, den Raum regelmäßig zu lüften, denn auch „unbedenkliche“ Kerzen verbrauchen Sauerstoff. Zur Sicherheit rät Liane Reichhart, Rauchmelder anzubringen.

Was tun mit alten Kerzen?

Auch für die Verwendung von alten Kerzen hat die Verbraucherberaterin einige Tipps auf Lager. „Hohl ausgebrannte Kerzen können unbegrenzt weitergenutzt werden, wenn man ein Teelicht hineinstellt“, sagt sie. Wer verformte Kerzen hat, kann sie in heißes Wasser tauchen, bis sie weich sind, um sie dann gerade zu rollen. Verstaubte Kerzen können in kaltem Seifenwasser abgespült oder vorsichtig mit Brennspiritus abgewischt werden. Danach sollten sie gut getrocknet werden.

Kerzen, die nicht in die vorgesehene Halterung passen, werden so lange in heißes Wasser getaucht, bis die unterste Wachsschicht weich ist. Dann werden sie sofort in die Halterung gedrückt. „Alternativ kann die unterste Wachsschicht auch mit Hilfe einer zweiten Kerze erhitzt werden. Das geht schneller, erfordert aber ein vorsichtiges Handeln“, sagt Liane Reichhart.

Neue Kerzen herstellen

Aus Kerzenresten lassen sich Aufhänger oder Geschenkan-hänger herstellen: Dazu werden die Wachsreste in einer alten Konservendose im Wasserbad erhitzt und in Metallförmchen gegossen, die auf Pergamentpapier stehen. Nachdem sie kalt sind, lässt sich mit einer erhitzten Nadelspitze ein Loch durch den Anhänger stechen, durch das ein Band durchgezogen wird - fertig ist der Anhänger.

Wer kreativ und geschickt ist, kann auch selbst neue Kerzen herstellen. Dazu sollte ein gekaufter Kerzendocht verwendet werden, damit die Kerze hinterher gut abbrennt, rät die Expertin aus Korbach.

Wachsflecken aus Teppichen entfernen

Sind Wachsflecken auf den Teppich gelangt, sollte der harte Wachs abgehoben und der verbliebene Wachs mit einem Fön erwärmt und mit Fleckenwasser vorsichtig abgetupft werden. Liane Reichhart rät davon ab, das Wachs abzubügeln: „Durch Bügeln wird das Wachs unter Umständen eingebügelt und hinterlässt vor allem bei farbigem Wachs dauerhafte Flecken. Außerdem kann die Teppichfaser durch Hitze geschädigt werden.“

Bei Wachsflecken auf Textilien rät die Expertin, die harte Wachsschicht vorsichtig zu lösen und entweder reinigen zu lassen oder die Farb- und Fettreste vorzubehandeln und so heiß wie möglich zu waschen – wenn möglich mit Vollwaschmittel. „Neue und wertvolle Textilien sollten immer in die Reinigung gebracht werden – nicht selber experimentieren!“ Ist Wachs auf Holz getropft, kann es mit Hilfe eines Föns leicht erwärmt und dann weggetupft werden. „Eventuell ist mit etwas Olivenöl nachzureiben“, rät Reichhart. (r/md)

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