Bote hinterlässt unleserliche Benachrichtungskarte

Ärger mit Paketdienst: Hermes-Kundin sucht ihr Päckchen

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Für Meike Pape unleserlich: Der Benachrichtigungszettel von Hermes enthält nur kryptische Kürzel.

Korbach-Meineringhausen – Im Internet einkaufen, ist bequem. Allerdings nicht, wenn die Zustellung nicht klappt. Meike Pape aus Meineringhausen klagt über Ärger mit dem Paketdienst Hermes: Statt des ersehnten Pakets lag im Briefkasten nur eine blaue Benachrichtigungskarte mit unverständlichen Kürzeln.

Aus der Karte entnimmt Pape immerhin, dass ihr Paket im Paketshop abgegeben wurde. Nur in welchem? Die Adress-Angabe „Fr-EB.Pl. 3“ gibt der Meineringhäuserin nur noch mehr Rätsel auf. Meike Pape forscht nach: Ein Anruf beim Kundenservice hilft nicht weiter. Erst nach einer Anfrage per Mail entpuppt sich die Adresse schließlich als ein Sonnenstudio in der Frankenberger Landstraße in Korbach. Das fungiert auch als Hermes-Paketshop. Dort habe man ihr einen ganzen Stapel ähnlich unklar beschrifteter Zettel gezeigt, berichtet Meike Pape, die ihr Paket nun doch noch in den Händen hält.

Eine Häufung solcher Fälle in der Region sei dem Unternehmen nicht bekannt, erklärt ein Hermes-Sprecher auf WLZ-Nachfrage. „Wir geben den Vorgang an unser Depot mit der Bitte, die Fahrer in der Region entsprechend zu sensibilisieren“, so der Sprecher weiter.

In der Tat führe Hermes bis zu vier Zustellversuche durch, behalte es sich aber vor, Sendungen gegebenenfalls im Paketshop zur Abholung zu hinterlegen, ähnlich wie es auch andere Paketdienste seit Langem handhabten und wie es in vielen anderen europäischen Ländern ebenfalls Standard sei.

Alle für Hermes tätigen Boten seien dazu angehalten, Benachrichtigungskarten leserlich auszufüllen und im Briefkasten abzulegen. Auch sind die Boten angewiesen, anhand der verschiedenen Kästchen für den Kunden klar deutlich zu machen, was mit ihrem Paket nun passiert und wie es im Zustellprozess weitergeht.

Grundsätzlich böten handschriftlich ausgefüllte Benachrichtigungen aber immer die Gefahr von Unleserlichkeit, da Handschriften variieren und die Boten sie im wahrsten Sinne des Wortes „zwischen Tür und Angel“ ausfüllen – bei Wind und Wetter und womöglich zwei Paketen auf dem Arm. „Da bitte ich um ein wenig Verständnis“, so der Hermes-Sprecher.

Unter anderem aus diesen Gründen wird Hermes mittelfristig die bekannten blauen Benachrichtigungskarten aus Papier durch Online-Benachrichtigungen ersetzen, wie das Unternehmen ankündigt. Diese werde dann beispielsweise per E-Mail dem Kunden zugestellt.

Der Bote erstellt die digitalen Karten direkt an der Tür schnell und einfach per Touchscreen-Scanner. „Die Fehlerquote wird das deutlich senken“, erklärt der Sprecher des Paketdienstes.

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