70-jährige Korbacherin beobachtete Mann durch Haustür-Spion

Ärger über "echte Sauerei": Paketdienst-Fahrer soll in Treppenhaus gepinkelt haben

+
Ort des Geschehens: Das Mehrfamilienhaus in der Weizackerstraße.

Korbach – Tima Sadrija versteht die Welt nicht mehr. Die 70-Jährige steht im Treppenhaus, das zu ihrer Eigentumswohnung im ersten Stock führt. Auf halbem Weg stehen unterhalb der Fenster zwei ihrer Kunstblumen. Ein auffälliger Fleck ist vor der Plastikpflanze zu sehen. „Hier hat der Fahrer von GLS einfach in den Topf gepinkelt. Der Urin hat sich dann auf der Fensterbank verteilt. Das ist eine echte Sauerei“, sagt Tima Sadrija.

Die Korbacherin berichtet, dass sie am Montag, 6. Mai, mit ihrem Korb voller Wäsche in den Keller des Mehrfamilienhauses gehen wollte, um diese dort zu waschen. Als sie die Tür ihrer Wohnung öffnete, fiel ihr sofort der Mann auf, der mit dem Rücken zu ihr vor der Kunstblume stand. „Ich war erst einmal erschrocken, weil ich nicht wusste, was der Mann genau wollte.“

Die 70-Jährige schloss daraufhin wieder die Tür. „Ich habe durch den Spion geschaut und gesehen, wie der Mann in die Blume gepinkelt hat.“ Nach etwa einer Minute sei der Mann die Treppe hinunter gegangen und habe das Haus durch die zumeist offen stehende Eingangstür wieder verlassen. „Ich bin daraufhin ebenfalls aus meiner Wohnung und aus dem Haus gegangen. Ich habe gesehen, dass der Mann, der eine GLS-Uniform trug, auch in einen GLS-Lieferwagen eingestiegen und weggefahren ist“, berichtet Tima Sadrija.

Ihre Tochter habe anschließend mindestens dreimal bei GLS angerufen, den Vorfall geschildert und sich über das Verhalten des GLS-Boten beschwert.

Ort des Geschehens: Das Mehrfamilienhaus in der Weizackerstraße.

„Uns wurde versprochen, dass eine Reinigungsfirma zu uns komme und den Schmutz auf Kosten von GLS beseitigen werde. Das ist aber bis heute nicht geschehen“, sagt Tima Sadrija, die den Urin aus Ekel selbst nicht entfernen wollte. Lediglich etwas Salz habe sie benutzt, um dem Schmutz beizukommen. Es sei allerdings immer noch ein getrockneter Fleck zu sehen. „Ich möchte, dass der Schmutz endlich entfernt und die Kosten dafür auch wie versprochen von GLS übernommen werden. Ich kann nicht verstehen, wie jemand so etwas machen kann. Wenn der Mann bei mir geklingelt und gefragt hätte, ob er die Toilette benutzen könne, hätte ich ihm das selbstverständlich erlaubt.“ Außerdem gebe es draußen doch genug Möglichkeiten, um sich zu erleichtern.

GLS Germany weist Vorwürfe zurück, prüft aber noch

„Wie die meisten großen Paketdienste in Deutschland setzt auch GLS Transportunternehmen für Fernverkehre sowie für die Paketabholung und -zustellung ein. Diese beschäftigen auch die Zustellfahrer. Fest steht, dass auf den telefonischen Hinweis hin sowohl sein Vorgesetzter beim Transportunternehmen als auch leitende Mitarbeiter des zuständigen GLS-Depots den Zustellfahrer zu den Vorwürfen befragten, der an dem fraglichen Tag die Weizackerstraße bedient hat“, teilte GLS Germany auf Anfrage unserer Zeitung mit. Der Fahrer habe die Anschuldigung empört zurückgewiesen und sei selbst fassungslos über die Vorwürfe gewesen. 

„Da keine Beweise dafür vorliegen, dass der Fahrer lügt und es sich bei ihm um einen sehr zuverlässigen Fahrer handelt, sieht sich bisher weder das Transportunternehmen noch GLS verpflichtet, die Reinigung in der Weizackerstraße zu übernehmen. Allerdings prüft GLS aktuell noch, ob das Unternehmen Frau Sadrija trotzdem entgegenkommen kann.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare