Korbach

„In Afghanistan bald alles wie früher“

+

- Korbach (tt). Auf Einladung des VHS-Kulturforums war am Dienstagabend der gebürtige Korbacher Axel Bürgener im Gemeindehaus der Kiliansgemeinde­ zu Gast. Dort referierte der Gene­ralleutnant außer Dienst zum Thema „Zehn Jahre internationaler Kampf gegen den Terrorismus – eine Zwischenbilanz“.

Bürgener war 41 Jahre lang Soldat und betreute und führte in den letzten acht Jahren bei der Bundeswehr Auslandseinsätze, unter anderem in Afghanistan. Sein Fazit über den Afghanistan-Krieg lautete: Mission gescheitert.

„Das Ziel, Sicherheit und politische Stabilität nach Afghanistan zu bringen, wurde verfehlt“, erklärte er. Trotzdem hätten die eingesetzten Truppen viel Gutes bewirkt, zum Beispiel sei die Terrororganisation Al-Qaida ganz entscheidend geschwächt worden. Das Problem sei, dass die Taliban teilweise schon in die Fußstapfen der Terrorgruppe getreten seien, was zu einer „Verschärfung der Sicherheitslage im Land“ führe. „Ich fürchte, in Afghanistan wird bald alles so sein wie früher“, so Bürgeners Resümee.

In seinem Rückblick ging er auch auf die Entwicklungen in Deutschland ein. Die Gesetzgebung habe die Sicherheit verbessert. So seien etwa der biometrische Reisepass eingeführt und geplante Terroranschläge verhindert worden.Den Vortrag unterstrich Bürgener mit einer Dia-Show. Dort ging er auch auf die Unterschiede in Kultur und Religion ein. Anhand von Auszügen aus dem Koran zeigte der Generalleutnant a.D., dass die heilige Schrift des Islams in zweifacher Weise interpretiert werden kann.

Radikale Muslime würden sich nur auf bestimmte Stellen beziehen, die zu Gewalt gegen Anhänger anderer Religionen aufrufen. Dabei gebe es auch im Koran das Gebot der Toleranz gegenüber Andersdenkenden.Aus dem gescheiterten Afghanistan-Einsatz eine Regel für zukünftige Einsätze vermochte Axel Bürgener nicht abzuleiten. „Hinterher ist man immer schlauer. Die Entscheidung, sich in Libyen rauszuhalten, war ein schwerer Fehler“, so Bürgener, „damit haben wir uns aus dem engen Verbund mit anderen Staaten gelöst.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare