„Krise als Chance begreifen“

Alarmübungen mit neuem Konzept: Feuerwehren der Korbacher Ortsteile trainieren auch in Corona-Zeiten

Das Team des digitalen Lagezentrums im Stützpunkt in Korbach koordinierte bei der außergewöhnlichen Alarmübung die zeitgleichen Einsätze der verschiedenen Feuerwehren.
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Das Team des digitalen Lagezentrums im Stützpunkt in Korbach koordinierte bei der außergewöhnlichen Alarmübung die zeitgleichen Einsätze der verschiedenen Feuerwehren.

Alarmübung mal anders: Coronabedingt läuft die Ausbildung bei den Freiwilligen Feuerwehren in diesem Jahr nur eingeschränkt. Doch die Verantwortlichen aus der Großgemeinde Korbach waren findig.

Korbach –„Begreifen wir die Krise einfach als Chance und nutzen unsere Möglichkeiten“, das war die Devise der Korbacher Stadtbrandinspektoren. Erst kürzlich wurde eine neue Führungskomponente, die Örtliche Technische Einsatzleitung (ÖTEL), einsatzbereit gemeldet. Diese Einheit sollte in das Übungsgeschehen ebenfalls integriert werden.

Schnell war der Gedanke gefasst: die Simulation einer größeren Schadenslage, die zum einen von der ÖTEL zentral geführt werden kann, zum anderen aber auch zulässt, dass jede Wehr autark nur in ihrem Ortsteil arbeiten kann. Die Führungskräfte der Wehren wurden in die Planung mit einbezogen, sodass auch die örtlichen Voraussetzungen und Besonderheiten berücksichtigt werden konnten.

Ein Rettungseinsatz in einem Gebäude war ebenfalls Teil der zu bewältigenden Aufgaben.

Schlussendlich ergaben sich zwei Übungseinheiten mit jeweils sieben beteiligten Ortsteilswehren, die am Montag- und Dienstagabend in Form von Alarmübungen durchgeführt wurden. An beiden Abenden waren jeweils 14 verschiedene Einsatzszenarien abzuarbeiten.

Den Auftakt machte jeweils die Alarmierung der ÖTEL, die in Korbach ebenfalls auf zwei Gruppen aufgeteilt ist. Das komplette digitale Lagezentrum im Stützpunkt konnte in weniger als 15 Minuten aufgebaut und einsatzbereit gemeldet werden. Im zweiten Schritt wurden die jeweils beteiligten sieben Ortsteilswehren in Bereitschaft versetzt.

Nach Eingang der simulierten Notrufe koordinierte die ÖTEL die Arbeit aller sieben Wehren zeitgleich. Dies war eine besondere Herausforderung und erforderte insbesondere bei der Kommunikation im Funkverkehr ein großes Maß an Disziplin und Können. Besonderes Fachwissen war auch bei den Wehren vor Ort gefragt. Die insgesamt 28 Einsatzszenarien waren sehr breit gestreut: Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und brennende Immobilien mit eingeschlossenen Personen waren ebenso dabei wie technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, bei Arbeitsunfällen oder auch die Vermisstensuche in Waldgebieten. Insbesondere bei den Brandszenarien kamen auch zahlreiche Atemschutzgeräteträger zum Einsatz. Nach Abschluss der Übungen konnte ein überaus positives Fazit gezogen werden.

Die Stadtbrandinspektoren Carsten Vahland, Sascha Franken und Arno Zenke lobten das Engagement der Einsatzkräfte. „Unter den besonderen Bedingungen der Pandemie haben wir gemeinsam einen Weg gefunden, die Ausbildung weiter voranzutreiben. Das neue Übungskonzept ist zwar aus der Krise geboren, wird aber unsere künftige Arbeit sicher weiter begleiten“, betonten sie. (red)

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