Aktionstag des Projekts „Hart am Limit“ an Mittelpunktschule Adorf

„Alkoholkonsum bleibt ein Problem“

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Beim HaLT-Aktionstag erfuhren Schüler nicht nur viel über Alkohol, sie gaben auch ihre Meinung darüber wieder. Die konnten auch Astrid Behle, Silvia Radke, Jens Deutschendorf, Ulrike Ritter und Jürgen Wohlfart lesen (hinten, v.l.)Foto: Figge

Diemelsee-Adorf - Kinder auf die Auswirkungen des Alkoholkonsums aufmerksam zu machen, war das Ziel beim HaLT-Aktionstag. Gewinne und die Möglichkeit, die eigene Meinung aufzuzeichnen, sollen dabei helfen.

Meldungen über rückläufigen Alkoholkonsum bei Jugendlichen sollten nicht täuschen: „Im ländlichen Bereich ist Trinken bei Minderjährigen durchaus ein Problem“, erklärte Jürgen Wohlfart, Leiter der Mittelpunktschule Adorf: Um zwei Uhr säßen Jugendliche draußen und tränken, Zwölfjährige bekämen auf Schützenfesten Schnaps von Erwachsenen und Schüler klauten Bier von Elternveranstaltungen.

Das Projekt „Hart am Limit“ (HaLT) soll bei Jugendlichen ein Bewusstsein für Grenzen beim Trinken schaffen. Es läuft seit 2011 in 19 hessischen Großstädten und Landkreisen. Bestandteile sind sowohl Gespräche mit Jugendlichen, die wegen Alkohols im Krankenhaus gelandet sind, als auch Vorsorge, damit es nicht so weit kommt.

Alkohol Teil jeder Fete?

Dazu gehört auch ein hessenweiter Aktionstag, der gestern auch an der MPS Adorf stattfand - verbunden mit den Bundesjugendspielen: „Dadurch können die Schüler die Zeit, in der sie teilnehmen, frei einteilen“, erläuterte Ulrike Ritter, die HaLT-Koordinatorin des Diakonischen Werkes. Zusammen mit den Jugendarbeiterinnen Astrid Behle und Silvia Radke - ihres Zeichens auch Schulsozialarbeiterin und HaLT-Mitarbeiterin - klärte sie die Jugendlichen über die Risiken des Alkoholkonsums auf.

Zur Teilnahme ermunterten kleine Preise: Wer drei Fragen über die Auswirkungen von Alkohol richtig beantwortete, erhielt Handyzubehör. Weniger Bezug zum Thema als zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft hatte das Torwandschießen, bei dem es 20 Fußbälle mit dem HaLT-Logo zu gewinnen gab. 30 weitere gibt es am Montag bei einem mit Public Viewing verbundenen zweiten Aktionstag in Willingen.

Aussagekräftig war die „Bodenzeitung“, auf der Schüler anonym ihre Meinung zu Aussagen über das Trinken hinterließen. „Alkohol gehört zu jeder Fete“ fand viel Zustimmung, ebenso aber kritische Sätze zu aggressivem Verhalten oder Sucht.

„Es gibt viel Halbwissen“

Neben dem Land unterstützt auch der Kreis das Projekt. Der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf nahm erfolgreich am Quiz teil und begegnete dabei Fragen über Auf- und Abbau von Alkoholkonzentration im Blut und die vermeintliche lindernde Wirkung von fettigem Essen: „Dass viele der falschen Antworten oft zu hören sind, zeigt, dass es hier viel Halbwissen gibt“, erklärte er.

Kinder sollten deshalb von mehreren Seiten informiert werden, befand Ulrike Ritter: „Wenn sie durch Konfirmandenunterricht, Eltern, Schule und Vereine aufgeklärt werden, verinnerlichen sie es besser.“ Besonders mit Letzteren sei aber manchmal noch viel Arbeit nötig.

Von Wilhelm Figge

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