Waldeckischer Sängerbund und Landkreis starten musikalisches Projekt für Migranten

Allerwelts-Chor sucht Sänger

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„Musik verbindet“: Deswegen engagieren sich Dr. Jürgen Römer vom Landkreis sowie Marco Landau und Rüdiger Pfankuche vom Sängerbund für einen Projektchor, in dem Menschen mit und ohne Migrationshintergrund singen.Fotos: Thomas Fresia (Pixelio)/Demski

Korbach - Hier ist der Name erst auf den zweiten Blick Programm: Der Waldeckische Sängerbund will einen Allerwelts-Chor gründen - mit Sängern aus „aller Welt“. Integration durch Musik haben sich die Verantwortlichen auf die Fahne geschrieben - und den Landkreis als Partner gewonnen.

Der Waldeckische Sängerbund (WSB) will neue Wege gehen. „Dabei sollen auch Menschen erreicht werden, die bisher selten in unseren Chören singen“, sagt Marco Landau, Geschäftsführer des WSB. Und weil die Sänger um die integrative Wirkung der Musik wissen, dreht sich ihr neues Projekt um die Einbindung von Asylbewerbern, Flüchtlingen und Menschen, die einst aus einem fremden Land nach Waldeck-Frankenberg kamen und hier längst heimisch geworden sind. „In einem Chor kann man wunderbar Kontakte knüpfen“, sagt Marco Landau. Untereinander, aber auch mit eingefleischten Waldeck-Frankenbergern und alten Hasen im Chorgeschäft. Vorbild ist der Berliner Straßenchor, der bereits in Korbach zu Gast war. Obdachlose aus Berlin haben sich mit Gesang einen Namen gemacht.

Mitstreiter für sein Projekt hat der Sängerbund bereits gefunden: Der Landkreis will sich mit dem „Netzwerk für Toleranz“ einbringen, wo es möglich ist. Der Landrat hat die Schirmherrschaft übernommen. Dr. Jürgen Römer sitzt bereits mit den Projekt-Erfindern des Sängerbundes an einem Tisch, und geübte Chorleiter wie Arno Huthwelker oder Rüdiger Pfankuche haben ihre Unterstützung angeboten. Auch Christian Durstewitz macht mit: Er kann sich Auftritte des Projektchores bei seinen Konzerten vorstellen. „Die großen Staatsaktionen in Sachen Integration finden woanders statt“, sagt Dr. Jürgen Römer, „wir gehen hier vor Ort kleine Schritte. Und da eignet sich die Musik als universelle Sprache hervorragend.“

Einfache, moderne Stücke sollen im Programm des Projektchores stehen. Lieder, die sprachliche Grenzen überwinden und Spaß machen. „Wir werden erstmal abwarten müssen, wer überhaupt mitmacht, bevor wir uns inhaltlichen Fragen widmen“, sagt Rüdiger Pfankuche.

Um Asylbewerber, Flüchtlinge, Griechen, Italiener, Spanier oder Türken zu erreichen, will der Sängerbund mit Verbänden, Flüchtlingsberatern und Gemeinden zusammenarbeiten. Vertreter der Institutionen und auch Privatleute, die Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund haben, sind zu einem Infogespräch am 24. Februar eingeladen - um 18.30 Uhr in Wieles Restaurant. Infos gibt es bei Marco Landau unter Telefon 0171/6922030.

Von Theresa Demski

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