Korbach

Alles Dada? Förderverein Theaterwoche Korbach stellt sich vor

- Korbach. 600 Aufführungen und bis zu 15 000 Teilnehmer in 60 Jahren: Eine Bilanz, die fortgeschrieben werden sollte, findet der Förderverein Theaterwoche Korbach.

"Nehmen Sie bitte Dada von uns als Geschenk an, denn wer es nicht annimmt, ist verloren. Dada ist die beste Medizin“, zitieren die Schüler des Literaturkurses aus Steinheim aus einer Erklärung des gebürtigen Frankenauers Richard Huelsenbeck, der als einer der Mitbegründer des Dadaismus gilt. Dabei stehen sie in einem mit rot-weißem Trassierband und Pylonen abgesteckten Feld im Foyer der Jugendherberge. Für ihre ungewöhnlichen Darbietungen ist die Theaterwoche bundesweit berühmt-berüchtigt. Mit ein Grund dafür, dass der neu gegründete Förderverein Theaterwoche Korbach für den Erhalt der Veranstaltung kämpft. Am Freitagabend hat sich der Verein erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Noch im vergangenen Jahr stand die Theaterwoche auf der Kippe, der Landkreis hatte die im Etat festgeschriebenen Zuwendungen gekürzt. Doch die selbst verordnete Dada-Medizin wirkt offenbar: Sponsoren übernehmen den weggefallenen Kreisanteil der Theaterwoche, die in diesem Jahr unter dem Motto „Alles Dada – oder was?“ steht. So ist zumindest die Finanzierung für 2011 in trockenen Tüchern. „Für das nächste Jahr brauchen wir aber den Förderverein dringend, er wird zur Finanzierung beitragen müssen“, sagt Dr. Hartmut Wecker aus dem Leitungsteam der Theaterwoche.

Dass sich der Einsatz lohnt, macht Vorsitzender Michael Schwarzwald deutlich. Die Theaterwoche habe enormen Einfluss auf die Schul- und Amateurtheaterszene in Deutschland: „Korbach ist in Sachen Theater keineswegs Provinz.“ Neben dem Beitrag zur Finanzierung will der neue Verein die Theaterwoche auch stärker ins Bewusstsein der Waldeck-Frankenberger rücken und Schulen und Theatergruppen aus dem Landkreis mehr einbinden. Auf öffentliche Gelder braucht die Veranstaltung dabei nicht ganz zu verzichten: Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich bekräftigte, dass die Stadt ihren Beitrag „ohne wenn und aber“ weiter leisten werde. (lb)

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