Mandy Schultze neue Schützenkönigin in Sudeck

„Alles passt“ beim Vogelschießen

- Manchmal geht es ganz schnell: Das Vogelschießen in Sudeck hatte schon zur Mittagszeit seine neue Königin. Umso mehr Zeit blieb den Schützen und ihren Gästen, das größte Fest des Ortes ausgiebig zu feiern.

Um 12.38 Uhr geht der Vogel zu Boden: Mehr als 380 Schuss hat er in knapp anderthalb Stunden vertragen, bevor Mandy Schultze dem Holzadler und somit dem Wettkampfpart des Sudecker Vogelschießens ein Ende setzt. „Das hat sich so ergeben“, sagt die 27-jährige Adorferin, ihres Zeichens stellvertretende Vorsitzende, aktive Sportschützin und Bundeswehrangestellte. Der neuen Königin zur Seite stehen ihr Freund Norman Briese und ihre drei Ritter: Karl-Martin Gerhardt hat dem Vogel das Zepter aus den Klauen geschossen, Frank Arnold ihm den Reichsapfel entrissen und Ulrich Leyhe die Krone vom Kopf gefegt. „Es war schön dieses Jahr“, fasst der Vorsitzende Otto Emde den tadellos verlaufenen Wettbewerb zusammen – im Vorjahr hatte der Vogel fünf Stunden standgehalten. Dieses Mal neigt er sich unter den Treffern der Schützen erst nach rechts, dann nach hinten – die Sudecker warten gespannt auf das Ende, bis Mandy Schultze das Ziel abräumt, beschreibt Emde einen spannenden Wettkampf. Auch das Drumherum habe bei schönem Wetter „gepasst“: Schon der morgendliche Gottesdienst habe viele Besucher gehabt. „Es wird immer größer“, stimmt Kassierer Christian Pohlmann zu. Ob Wirmighausen, Adorf, Stormbruch, Heringhausen oder Benkhausen: Die Schützen aus den Nachbardörfern sind sehr zahlreich erschienen, im alten Steinbruch feiern sie noch Stunden nach dem Vogelsturz. Am Abend lädt die Königin zum Abschluss ins Dorfgemeinschaftshaus ein.Für die Sudecker ist das Vogelschießen ein Höhepunkt des Jahres: Der Schützenverein des Dorfes mit weniger als 160 Einwohnern hat mehr als 110 Mitglieder. Auch „Exilsudecker“ kehren zum Fest zurück, einige legen den Weg bis aus Stuttgart zurück. „Es ist ein großes Familienfest“, sagt Otto Emde, „und alle sind dabei.“ Von Wilhelm Figge

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