Aufwand wäre heute zu groß

Als Interrail noch einfach war: Sechs Waldeck-Frankenberger Freunde blicken zurück

Markus Wolff, Jan Heiner Hast, Mattis Holzkamp, Silas Klöcker, Robin Löwenstein und Josh Döhring (von links) vor der Londoner Tower Bridge.
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Da war unbeschwertes Reisen noch möglich: Markus Wolff, Jan Heiner Hast, Mattis Holzkamp, Silas Klöcker, Robin Löwenstein und Josh Döhring (von links) vor der Londoner Tower Bridge. Silas Klöcker, der die Artikel auf dieser Seite geschrieben hat, ist mittlerweile Volontär bei der Waldeckischen Landeszeitung.

Vor einem Jahr erkundeten Markus Wolff, Josh Döhring, Jan Heiner Hast, Robin Löwenstein, Mattis Holzkamp und Silas Klöcker mit dem Interrail-Zugticket Europa. Heute wäre eine solche Reise nicht möglich.

Jan Heiner und Robin machen ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der Lebenshilfe und im Krankenhaus. Mattis hat sein FSJ schon abgeschlossen und möchte Lehrer werden. Markus plant hingegen ein Studium im Ausland und auch Josh verlässt die Heimat, um in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Ausbildung in einer Brauerei zu starten.

Unsere Wege trennen sich mit der Zeit, doch die einmalige Reise im Sommer 2019 bleibt uns im Gedächtnis. Wir sind dankbar dafür, dass wir ein solches Abenteuer im vergangenen Jahr erleben durften. In Zeiten der Coronakrise wäre diese Reise mit Sicherheit so nicht möglich, da sind wir uns alle einig.

„Vor einem Jahr war es selbstverständlich, dass wir in einen Zug eingestiegen sind und es immer weiter ging. Heute ist das unvorstellbar“, sagt Robin. Die Coronakrise hat alles verändert, nur die Wenigsten werden sich in diesem Jahr trauen, eine solche Reise anzutreten.

Viele Touristen schauen sich die Städte an

Normalerweise sind Europas Hauptstädte in den Sommermonaten nämlich vor allem eines – ein beliebtes Urlaubsziel. „Das ist schon komisch. Wenn ich zurückdenke und überlege, wie viele Menschen an den Touristen-Attraktionen waren“, betont Mattis.

Dicht an dicht drängten wir uns durch die Großstädte. Markus betont: „Es wäre unheimlich lästig gewesen, die Städte mit Mundschutz zu erkunden und die Maske auch im Zug tragen zu müssen.“ Robin ergänzt: „Und vor allem eine große Anstrengung. Wir saßen bei hohen Temperaturen manchmal über zehn Stunden im Zug.“

Eine spontane Planung ist nicht möglich

Umso glücklicher können wir uns schätzen, dass wir die Reise noch ohne Einschränkungen erleben durften. „Zum Glück war es vor einem Jahr noch so locker“, äußert sich Josh. Gerade die Buchungen konnten wir noch relativ kurzfristig abschließen.

„Die Reiseplanung wäre in diesem Jahr mit großem Aufwand verbunden“, sagt Mattis. Das sieht auch Robin so: „Wir hätten nicht nur jedes Reiseziel viel intensiver planen müssen, sondern auch die Besuche an Sehenswürdigkeiten.“

Die Reise wäre mit Sicherheit eine andere gewesen. Jan Heiner erzählt: „In dieser trüben Zeit blicke ich gerne auf unsere Fahrt zurück. Hoffentlich wird es bald wieder besser werden.“ Markus betont: „Vor allem den Schulabsolventen wäre das zu wünschen. Die Reise nach dem Abitur war für mich eine tolle Erfahrung.“

Vielleicht ist es an der Zeit, neue Urlaubsziele anzusteuern. Es müssen nicht immer die Metropolen Europas sein, wie wir sie besucht haben. „In diesem Jahr würde ich völlig auf Städtereisen verzichten“, empfiehlt Robin, „ländliche Ziele sind eine gute Alternative. Mit Interrail kann man auch die Natur erkunden und beispielsweise durch die Berge oder ans Meer fahren.“

Eines ist ihm in diesem Zusammenhang aber besonders wichtig: „Allen, die eine Tour mit dem Zug machen wollen, rate ich, früh genug mit den Planungen zu beginnen.“

Das Interrail-Zugticket ist bis heute beliebt

Interrail entstand 1972 und war als einmalige Werbeaktion geplant. Die Zugfahrkarte wurde jedoch so populär, dass sie bestehen blieb. Das Gewinnspiel von DiscoverEU trägt dazu bei, dass auch heutzutage viele junge Menschen mit dem Ticket reisen. Seit 2018 werden jährlich 50 000 Fahrkarten an 18-Jährige verlost.

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